Kalender

Deutschland - 1. Bundesliga 04/20 16:30 30 1. FC Union Berlin vs Bayern München - View
Deutschland - 1. Bundesliga 04/27 13:30 31 Bayern München vs Eintracht Frankfurt - View
UEFA Champions League 04/30 19:00 2 Bayern München vs Real Madrid - View
Deutschland - 1. Bundesliga 05/04 13:30 32 VfB Stuttgart vs Bayern München - View
UEFA Champions League 05/08 19:00 2 Real Madrid vs Bayern München - View
Deutschland - 1. Bundesliga 05/12 15:30 33 Bayern München vs VfL Wolfsburg - View

Resultate

UEFA Champions League 04/17 19:00 3 Bayern München v Arsenal W 1-0
Deutschland - 1. Bundesliga 04/13 13:30 29 [2] Bayern München v 1. FC Köln [17] W 2-0
UEFA Champions League 04/09 19:00 3 Arsenal v Bayern München D 2-2
Deutschland - 1. Bundesliga 04/06 13:30 28 [11] Heidenheim v Bayern München [2] L 3-2
Deutschland - 1. Bundesliga 03/30 17:30 27 [2] Bayern München v Borussia Dortmund [4] L 0-2
Deutschland - 1. Bundesliga 03/16 14:30 26 [18] Darmstadt v Bayern München [2] W 2-5
Deutschland - 1. Bundesliga 03/09 14:30 25 [2] Bayern München v 1. FSV Mainz 05 [17] W 8-1
UEFA Champions League 03/05 20:00 4 [1] Bayern München v Lazio Rom [2] W 3-0
Deutschland - 1. Bundesliga 03/01 19:30 24 [9] SC Freiburg v Bayern München [2] D 2-2
Deutschland - 1. Bundesliga 02/24 17:30 23 [2] Bayern München v RB Leipzig [5] W 2-1
Deutschland - 1. Bundesliga 02/18 16:30 22 [15] VfL Bochum v Bayern München [2] L 3-2
UEFA Champions League 02/14 20:00 4 [2] Lazio Rom v Bayern München [1] L 1-0

Statistik

 TotalHEIMAUSWÄRTS
Spiele 54 27 27
Wins 36 20 16
Draws 6 2 4
Losses 12 5 7
Goals for 157 77 80
Goals against 66 28 38
Clean sheets 19 12 7
Failed to score 6 4 2

Wikipedia - FC Bayern München

Der Fußball-Club Bayern, München e. V., kurz FC Bayern München, Bayern München oder FC Bayern, ist ein deutscher Sportverein aus der bayerischen Landeshauptstadt München. Er wurde am 27. Februar 1900 gegründet und ist mit rund 316.000 Mitgliedern (Stand: 12. November 2023) einer der mitgliederstärksten Sportvereine der Welt.

Bekannt wurde der FC Bayern München durch seine Fußballabteilung, die seit 2001 teilweise in die FC Bayern München AG ausgegliedert ist. Die erste Herrenmannschaft spielt seit der Saison 1965/66 ununterbrochen in der Bundesliga und ist mit 33 Meistertiteln deutscher Rekordmeister sowie mit 20 Pokalsiegen deutscher Rekordpokalsieger. Auch auf internationaler Ebene ist der Verein mit acht Europapokalsiegen, davon sechs in der Champions League bzw. dem Europapokal der Landesmeister, einer der erfolgreichsten Vereine Europas. Je zweimal wurden der Weltpokal und die FIFA-Klub-WM gewonnen; außerdem zweimal der UEFA Super Cup. Die größten Erfolge gelangen dem Verein in den Jahren 2013 und 2020 jeweils mit dem Gewinn des Triples. Die erste Mannschaft trägt ihre Heimspiele seit 2005 in der Allianz Arena aus. Langjährige Heimstätten waren zuvor das Stadion an der Grünwalder Straße und das Olympiastadion.

Dem FC Bayern gehören weitere Abteilungen an, die ebenfalls einige Erfolge aufweisen können. So wurden die in der Frauen-Bundesliga spielenden Fußballfrauen 1976, 2015, 2016, 2021 und 2023 deutscher Meister sowie 2012 DFB-Pokalsieger. Somit gelang es 2015, 2016, 2021 und 2023 den Fußballabteilungen des FC Bayern, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Weitere Erfolge erreichten die Schachabteilung mit neun deutschen Meisterschaften und einem Europapokalsieg, die Turner mit vier deutschen Meisterschaften, die Basketballer mit drei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen und die Baseballer mit zwei deutschen Meistertiteln.

History

1900 bis 1914 – Die Gründungsjahre

Die Gründungsurkunde des FC Bayern
Erstes Fußballwettspiel gegen den 1. FC Nürnberg 1901
FC Bayern 1914: Rath, Trainer Townley, Baumann - Tregler, Pekarna, Storch, Hobmeier, Fürst, Schneider - Berz, Reeb, Gablonsky

Am 27. Februar 1900 fand im Gasthaus Bäckerhöfl eine Sitzung der Fußballabteilung des MTV München statt, bei der es zu einem Streit über die weitere Entwicklung der Fußballabteilung kam, nachdem kurz zuvor die Generalversammlung des MTV den Beitritt des Vereins zum Verband Süddeutscher Fußball-Vereine abgelehnt hatte. Um 21:30 Uhr verließen Arthur Ringler, Otto Ludwig Naegele, Albert Zoepfel, Josef Pollack, Fritz Wamsler, Carl Wamsler, Georg Schmid, Paul Francke, Kuno Friederich, Wilhelm Focke und Franz John das Lokal und fanden sich im Weinhaus Gisela an der Jäger- und Fürstenstraße (heute Kardinal-Döpfner-Straße) in der Maxvorstadt ein, um noch am selben Abend den F.C. Bayern zu gründen. Zu den auf der Gründungsurkunde erwähnten Mitgliedern gehörte der später bekannt gewordene, jüdische Bildhauer Benno Elkan. Den Vorsitz führte der Berliner Franz John, der auch der erste Vorsitzende in der Geschichte des Vereins wurde. Als Vereinsfarben wählte man Blau-Weiß, der Mitgliedsbeitrag betrug zunächst eine Mark. Die Vereinsgründer kamen zu einem Großteil nicht aus München oder Bayern, sondern aus Berlin, Freiburg, Leipzig und Bremen. Am Gründungsort, vor dem heutigen Siemens-Gelände, steht seit 2017 ein Gedenkstein (). Als weitere Gründungsväter des Vereins finden sich auf der Urkunde Adolph von Neger, Arnulf Hecking, Wilhelm Hirsch, Erich Gottschalk und August Evers.

Erste Spiel- und Trainingsstätte wurde die Schyrenwiese an der Wittelsbacherbrücke. Erster Gegner war im März 1900 der 1. Münchner FC 1896, der FC Bayern gewann das Spiel mit 5:2. Schnell stießen weitere Spieler zum Verein, so unter anderem drei der Fußballabteilung des TSV München 1860. Im Frühjahr 1900 überließ der Herd- und Ofenfabrikant Friedrich Wamsler dem FC Bayern ein Grundstück an der Clemensstraße als Spielstätte. Im Januar 1901 nahm man auch das Eishockeyspiel auf. Das erste Spiel der Derbygeschichte zwischen dem FC Bayern und den „Sechzigern“ fand im Jahr 1902 statt. Der FC Bayern gewann das Spiel mit 3:0. Um den Spielbetrieb auszuweiten, beschloss der Verein 1906 den Übertritt zum Münchner Sport-Club, behielt aber eine gewisse Eigenständigkeit bei, was sich in der Bezeichnung „F.A. Bayern im Münchner SC“ (F.A. = Fußballabteilung) ausdrückte. Infolge der Fusion trat Bayern nun in weißen Hemden und roten Hosen an, diese Farben lösten damit das Blau-Weiß aus der Gründungszeit ab, die Bezeichnung Die Roten war geboren. Auf lokaler Ebene entwickelten sich die „Bayern“ zur unangefochtenen Nummer Eins im Fußball, im Wettbewerb auf süddeutscher Ebene waren sie hingegen weniger erfolgreich. Zu sehr dominierten zu dieser Zeit noch die Mannschaften, die bereits in den 1890er Jahren entlang des Oberrheins zwischen Freiburg und Frankfurt entstanden waren und sich weiterentwickelt hatten, das Fußballgeschehen.

Nachdem der Platz an der Clemensstraße der Wohnbebauung hatte weichen müssen, spielte man kurzzeitig wenige hundert Meter nördlich an der Karl-Theodor-Straße und zog dann 1907, mittlerweile unter Präsident Angelo Knorr an die etwas weiter östlich gelegene Leopoldstraße um. Eingeweiht wurde dort dann die erste Tribüne auf einem Fußballplatz in München. Im Eröffnungsspiel gab es ein 8:1 gegen Wacker München. Bereits 1908 hatte der FC Bayern mehr als 300 Mitglieder, acht Mannschaften und mehr als 100 Jugendspieler. Dies hatte eine Satzungsänderung zur Folge, wodurch Verwaltungsarbeit und der Sportbereich getrennt wurden. Die Spieler hatten dadurch mehr Zeit, sich auf den Sport zu konzentrieren. 1910 konnten sie das erste Mal an der Endrunde zur süddeutschen Meisterschaft teilnehmen. Am Ende belegte die Mannschaft den 2. Platz hinter dem Karlsruher FV. Im selben Jahr stellten die Bayern mit Max Gablonsky ihren ersten Nationalspieler.

1918 bis 1928 – Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg

Während des Ersten Weltkriegs kam der Sport zeitweise zum Erliegen und im Verein und dessen Umfeld gab es ein ständiges Auf und Ab. Erst von der Spielzeit 1919/20 an war in Süddeutschland wieder ein regelmäßiger Ligabetrieb gewährleistet. Im Oktober 1919 traten die Bayern aus dem Münchner SC aus und fusionierten mit dem Turnverein Jahn München zum TuSpV Jahn München. William Townley wurde erneut als Trainer verpflichtet, womit die Tradition der englischen Trainer im Verein fortgesetzt wurde. Bereits in den Vorkriegsjahren hatten die Bayern mit Coach Taylor, Hoer und Charles Griffiths drei Engländer als Trainer, von denen letzterer der erste hauptberufliche Bayerntrainer war.

Im Frühjahr 1924 wurde der Verein im Zuge der reinlichen Scheidung vom TuSpV Jahn München getrennt. Danach trat er nur noch als eigenständiger Verein unter dem Namen „FC Bayern München“ auf. Mit dem Schotten Jim McPherson setzten die Bayern erneut auf einen britischen Trainer. 1926 spielten die Bayern um die süddeutsche Meisterschaft. Die härtesten Konkurrenten kamen damals mit dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg. Fürth, die damals als beste Mannschaft Deutschlands galt, aus Bayern. Das Rückspiel gegen Fürth im Grünwalder Stadion wurde live im Radio übertragen. Nach einem dramatischen Spiel gewann der FCB mit 4:3, womit die Bayern zum ersten Mal Süddeutscher Meister wurden. Der Kampf um die deutsche Meisterschaft endete im Achtelfinale 0:2 gegen den SV Fortuna Leipzig 02. Zwei Jahre später gelang mit dem ungarischen Trainer Leo Weisz der Gewinn der zweiten süddeutschen Meisterschaft. In der Endrunde zur deutschen Meisterschaft wurde, mit Siegen gegen den FC Wacker Halle und die SpVgg Sülz 07, das Halbfinale erreicht, was der bis dahin größte Erfolg der Vereinsgeschichte war. Im Duisburger Wedaustadion unterlagen die Bayern dem Hamburger SV jedoch deutlich mit 2:8.

1928 bis 1933 – Die erste Meisterschaft

Replik der Victoria in der Vitrine des FC Bayern

Nach dem Trainerwechsel von Kálmán Konrád zu Richard Dombi 1930 und drei gescheiterten Anläufen zum Gewinn der deutschen Meisterschaft in den Jahren 1926, 1928 und 1929 verlor der FC Bayern zwar das Finale um die süddeutsche Meisterschaft 1931/32 gegen die Eintracht aus Frankfurt, ging jedoch als süddeutscher Vizemeister in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Der FCB besiegte Minerva 1893 Berlin und den Polizei SV Chemnitz, ehe im Halbfinale in Mannheim der Erzrivale 1. FC Nürnberg, bis dahin fünfmaliger Deutscher Meister, mit 2:0 besiegt wurde. Die Tore erzielten Oskar Rohr und Hans Welker. Im Finale am 12. Juni 1932 in Nürnberg war der Gegner, wie bereits im Finale um die süddeutsche Meisterschaft, Eintracht Frankfurt. Tausende Bayern-Fans machten sich auf den Weg, darunter etwa 400 Arbeitslose mit dem Fahrrad. Im Nachhinein übernahm der Verein die Kosten für diese Fans für Übernachtung und Eintrittskarten. Am Tage des Endspiels herrschten 30 Grad im Schatten und 55.000 Zuschauer sahen das Spiel im Stadion. In der 35. Minute nahm der Frankfurter Hans Stubb auf der Torlinie die Hand zu Hilfe und es gab Elfmeter für den FC Bayern. „Ossi“ Rohr verwandelte sicher zum 1:0. In der zweiten Hälfte drängten die Frankfurter auf den Ausgleich, doch in der 75. Minute erzielte Franz Krumm das entscheidende 2:0 für Bayern. Nach dem Abpfiff hielt der FC Bayern München zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Victoria in der Hand. Zum ersten Mal wurde ein Verein aus München Deutscher Meister und die Mannschaft wurde begeistert in der Landeshauptstadt empfangen. Die Siegesfeier fand im Münchener Löwenbräukeller statt, die Spieler wurden auf Pferdekutschen zur Feier gebracht. In einer der Festreden hieß es, „was man schon im Vorjahr bei 1860 bestimmt gedacht, hat heuer FC Bayern fertig gebracht“.

Spieldaten des Endspiels um die deutsche Meisterschaft 1932

1933 bis 1945 – Diktatur und Zweiter Weltkrieg

Liga und Saison Platz Tore Punkte
Gauliga Bayern 1933/34 3 53:35 27-17
Gauliga Bayern 1934/35 4 49:31 24-16
Gauliga Bayern 1935/36 3 47:26 27-09
Gauliga Bayern 1936/37 3 49:31 20-16
Gauliga Bayern 1937/38 5 37:29 19-17
Gauliga Bayern 1938/39 7 26:31 17-19
Gauliga Bayern 1939/40 8 21:35 10-26
Sportbereichsliga Bayern 1940/41 7 35:35 21-23
Sportbereichsliga Bayern 1941/42 8 41:40 17-25
Gauliga Südbayern 1942/43 3 52:23 22-14
*Gauliga Südbayern 1943/44* 1 56:15 31-05
**Gauliga München/Oberbayern 1944/45** 1 75:15 29-01
Orange unterlegt: Erster der entsprechenden Gauliga
*Ausscheidungsspiel um die deutsche Meisterschaft verloren
**deutsche Meisterschaft wurde nicht ausgespielt (Bayern war bei Abbruch
der Runde vier Spieltage vor Schluss uneinholbar vorne)

1933 konnte der Titel nicht verteidigt werden, nachdem der Verein beide Spiele gegen den TSV 1860 München um die süddeutsche Meisterschaft verloren hatte. Nach der NS-Übernahme der Regierungsgewalt unter der Führung Adolf Hitlers musste Präsident Kurt Landauer auf Grund seiner jüdischen Abstammung auf politischen Druck hin im selben Jahr zurücktreten. Trainer Dombi, ebenfalls jüdischer Abstammung, wechselte kurz darauf in die Schweiz. Der FC Bayern war, im Gegensatz zum Stadtrivalen 1860 München, bei den neuen Machthabern wegen Landauer und Dombi als „Judenclub“ verpönt, obwohl er bereits am 9. April 1933 in der Stuttgarter Erklärung gemeinsam mit 13 weiteren süddeutschen Fußballvereinen den Ausschluss aller jüdischen Mitglieder ankündigte und ihn 1935 mit einem Arierparagraphen in der Vereinssatzung umsetzte. Darüber hinaus fand der Sporthistoriker Markwart Herzog im Jahr 2017 heraus, dass der seit 1908 im Verein eingetragene, damalige Vizepräsident August Harlacher bereits im Jahr 1930 in die NSDAP eingetreten war. Josef Kellner, Präsident des FC Bayern von 1938 bis 1943, war nicht nur seit 1933 Parteimitglied der NSDAP, sondern sei als Gauhauptstellenleiter und Landrat im Sudetengau auch einflussreicher Nationalsozialist gewesen. Von 1938 bis 1945 enthielt das Vereinswappen des FC Bayern München Hakenkreuz und Reichsadler im inneren Kreis. Der FC Bayern selbst hat 2017 beim Institut für Zeitgeschichte (IfZ) eine Forschungsarbeit zur Rolle des Vereins im Nationalsozialismus in Auftrag gegeben.

1933 verließ auch Oskar Rohr den Verein, um Profispieler bei den Grasshoppers Zürich zu werden. Neuer Trainer wurde Hans Tauchert, der nicht an die alten Erfolge anknüpfen konnte und bereits 1934 durch Ludwig Hofmann ersetzt wurde. Hofmann verstarb bereits kurze Zeit später an einer Halserkrankung und Richard Michalke übernahm das Amt des Trainers. Damit war die Talfahrt noch nicht beendet, denn 1939 drohte der erste Abstieg in der Geschichte des Vereins. Die Klasse wurde gerade noch gehalten. Im Verlauf des Krieges wurden die Gauligen weiter regionalisiert, um die Wege für die Vereine für Auswärtsspiele möglichst kurz zu halten. Waren die Bayern anfangs in der Gauliga Bayern, spielten sie anschließend in der Gauliga Südbayern, die durch die Aufteilung der Gauliga Bayern entstand. Kurz vor Ende des Krieges spielten sie in der Gauliga München-Oberbayern. Im Jahre 1944 konnten Die Roten wieder eine süddeutsche Meisterschaft gewinnen und qualifizierten sich so erneut für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Bereits im Achtelfinale verloren sie jedoch nach Verlängerung gegen den VfR Mannheim. Am 13. Juli desselben Jahres wurden die Geschäftsstelle und ein Teil des Archivs bei Bombenangriffen zerstört. Im darauffolgenden Jahr qualifizierte sich der FC Bayern unter Spielertrainer Conny Heidkamp erneut für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Die Endrunde wurde im Jahr des Endes des Zweiten Weltkriegs jedoch nicht ausgetragen. Da das Stadion an der Grünwalder Straße bei Bombenangriffen 1943 zerstört und erst im August 1945 wieder freigegeben wurde, trug der FC Bayern seine Spiele in diesen Jahren im Dantestadion (1943–1944), auf dem Platz an der Schlierseestraße (1944–1945) und auf dem Sportplatz der Hypobank an der Grünwalder Straße (1945) aus.

1945 bis 1955 – Die Nachkriegszeit

Liga und Saison Platz Tore Punkte
Oberliga 1945/46 6 067:48 34-26
Oberliga 1946/47 11 075:56 36-40
Oberliga 1947/48 4 072:38 50-26
Oberliga 1948/49* 3 061:42 35-25
Oberliga 1949/50 13 056:70 25-35
Oberliga 1950/51 9 064:53 33-35
Oberliga 1951/52 8 053:54 29-31
Oberliga 1952/53 7 059:56 30-30
Oberliga 1953/54 9 042:46 28-32
Oberliga 1954/55 16 042:76 15-45
Violett unterlegt: Abstieg in die 2. Oberliga
* Qualifikationsrunde um die deutsche Meisterschaft verloren

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle deutschen Sportvereine durch den Alliierten Kontrollrat aufgelöst und mussten zur Neugründung eine Lizenz beantragen. Spieler des FC Bayern fanden alsbald wieder zusammen, bestritten am 24. Juni 1945 gegen den FC Wacker München das erste Spiel nach Kriegsende und stiegen im November desselben Jahres in den Spielbetrieb der Oberliga Süd ein. Der Neuanfang nach dem Krieg war schwierig, fast jährlich wechselten die Trainer und der sportliche Erfolg hielt sich zunächst in Grenzen. Im Juni 1947 kehrte Kurt Landauer aus dem Exil zurück, wurde wenige Wochen später erneut zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Seine vierte und letzte Amtszeit endete 1951.

Die Mitgliederzahlen des Vereines entwickelten sich in den Nachkriegsjahren positiv. Bald zählte der FC Bayern erneut mehr als 1000 Mitglieder, auch die Jugendabteilungen erlebten regen Zulauf. 1949 wurden nochmals die Qualifikationsspiele zur deutschen Meisterschaft über einen 3. Tabellenplatz in der Oberliga erreicht. In der Qualifikation war gegen den FC St. Pauli ein Wiederholungsspiel nötig, welches, bereits am nächsten Tag ausgetragen, jedoch mit 0:2 verloren wurde. Danach begann eine längere sportliche Talfahrt des Vereins, die im Abstieg gipfelte. 1954/55 stiegen die Bayern zum ersten und einzigen Male in ihrer Geschichte aus der damaligen obersten Liga ab. Im Folgejahr gelang der sofortige Wiederaufstieg.

1955 bis 1965 – Der DFB-Pokal und das Warten auf die Bundesliga

Liga und Saison Platz Tore Punkte
2. Oberliga Süd 1955/56 2 089:43 46-22
Oberliga 1956/57 10 052:62 26-34
Oberliga 1957/58 7 066:56 30-30
Oberliga 1958/59 4 079:49 39-21
Oberliga 1959/60 3 081:55 39-21
Oberliga 1960/61 8 057:54 30-30
Oberliga 1961/62 3 067:55 40-20
*Oberliga 1962/63* 3 067:52 40-20
Regionalliga 1963/64 2 115:61 52-24
Regionalliga 1964/65 1 146:32 55-17
Orange unterlegt: Aufstieg in die Oberliga Süd
Grün unterlegt: Aufstieg in die Bundesliga
* Nicht für die Bundesliga berücksichtigt
Trophäe beim ersten Pokalsieg („Goldfasanen-Pokal“)

Einer der wenigen sportlichen Höhepunkte der 1940er und 1950er Jahre war der Gewinn des DFB-Pokals 1957. Im Jahr des Wiederaufstiegs wollten die Bayern ursprünglich gar nicht am DFB-Pokal teilnehmen, um Reisekosten zu sparen. Doch der neue Trainer Willibald Hahn forderte unbedingt eine Teilnahme und konnte sich am Ende gegen die Vereinsführung durchsetzen. Nach einem 3:1-Sieg im Halbfinale gegen den 1. FC Saarbrücken war im Finale Fortuna Düsseldorf der Gegner. Es fand am 29. Dezember 1957 im Augsburger Rosenaustadion vor 42.000 Zuschauern statt, darunter rund 12.000 Bayern-Fans. Am Tage des Spiels gab es starke Schneefälle. Der Außenseiter aus München dominierte von Anfang an, Fortunas Torwart Albert Görtz konnte sein Tor aber bis zur 78. Minute sauber halten. Dann gelang Rudi Jobst nach dreimaligem Anlauf der einzige Treffer des Spiels und Bayern feierte nach einem Vierteljahrhundert seit dem gewonnenen Meisterschaftsfinale 1932 den zweiten Gewinn einer nationalen Trophäe.

Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1957

In der Oberliga reichte es aber nur für Platz sieben. Neuerliche finanzielle Probleme schienen zudem unüberwindlich. Es wurde dann mit dem Unternehmer Roland Endler ein neuer Präsident in Nachfolge von Alfred Reitlinger gewählt, der bereit war, sich entsprechend zu engagieren.

Mit einem neuen Trainer, dem Österreicher Adolf Patek ging es 1958/59 zunächst wieder aufwärts. Mit Platz vier wurde das beste Resultat seit zehn Jahren erzielt. In der darauffolgenden Saison wurden dem FC Bayern wegen einer sogenannten „Überbezahlung“ der Spieler in der Saison 1957/58 vier Punkte abgezogen. Als ursprüngliches Strafmaß waren acht Punkte Abzug vorgesehen, ein Einspruch brachte Strafmilderung. Die Bayern wären ohne Abzug Dritte geworden, so wurden sie diesmal Fünfte. Der junge Peter Grosser traf 18-mal bei 21 Einsätzen. Einziger Höhepunkt in der Spielzeit 1960/61 war der Sieg im Derby gegen den TSV 1860 München. Nach einem zwischenzeitlichen 2:2 wurden die Löwen am Ende mit 6:2 besiegt. Der zum Saisonbeginn vom VfL Wolfsburg geholte Willi Giesemann traf an diesem „sakrisch kalten“ Januartag dreimal und feierte dann im Mai sein Nationalmannschaftsdebüt. Nach dem enttäuschenden achten Platz am Saisonende musste der ohnehin unpopuläre Trainer Patek gehen. Für ihn kam Helmut Schneider, der 1956 und 1957 Borussia Dortmund zu zwei deutschen Meisterschaften in Serie geführt hatte.

In der Saison 1962/63 nahm der Verein zum ersten Mal an einem renommierten internationalen Wettbewerb teil. Dabei wurde das Viertelfinale des Messestädte-Pokals erreicht und gegen Dinamo Zagreb verloren. National ging es für die Bayern darum, sich für die kommende neue Bundesliga zu qualifizieren. Zudem begann am 28. April 1962 eine neue Ära beim FC Bayern: Zunächst nur kommissarisch für ein Jahr übernahm Wilhelm Neudecker das Präsidentenamt des Vereins – es sollten weit mehr als nur das eine werden. Der neue Präsident ließ mit Herbert Erhardt nur eine Neuverpflichtung eines gestandenen Spielers zu, ansonsten durfte Trainer Schneider nur junge Talente an die Isar holen, darunter das Torwarttalent Sepp Maier. Dieser gab sein Debüt als 18-Jähriger am 30. Dezember 1962, als der Stammtorhüter Fritz Kosar im Angriff aushelfen musste. Bayern beendete die Saison auf dem 3. Tabellenplatz vier Punkte hinter dem Meister TSV 1860 München und einen Punkt hinter dem zweitplatzierten 1. FC Nürnberg. Damit wurde die Endrunde um die deutsche Meisterschaft verpasst.

Mit der Saison 1963/64 startete die Bundesliga als höchste deutsche Spielklasse. Den Vereinen aus der Oberliga Süd wurden durch den DFB insgesamt fünf Plätze für die Bundesliga zugesprochen, die durch eine Zwölfjahreswertung ermittelt wurden, wobei sich die Meister der letzten Saison 1962/63 der fünf Oberliga-Staffeln in jedem Fall qualifizierten. Dies kam dem Stadtrivalen TSV 1860 als Meister zugute, der in der Zwölfjahreswertung der sehr breit zusammengesetzten und von vielen Spitzenvereinen gespickten Süd-Staffel hinter Bayern München platziert war. Aber auch ohne die Meisterschaft der Löwen hätte der FC Bayern das Nachsehen gehabt, da Kickers Offenbach in jener Zwölfjahreswertung noch vor dem FC Bayern platziert war. Somit trat der Verein 1963/64 in der neugeschaffenen zweitklassigen Regionalliga an.

Punkte der Zwölfjahreswertung
der Kandidaten der Oberliga Süd
für die Bundesliga
01. 1. FC Nürnberg 447
02. Eintracht Frankfurt 420
03. Karlsruher SC 419
04. VfB Stuttgart 408
05. Kickers Offenbach 382
06. FC Bayern München 288
07. TSV 1860 München 229
08. VfR Mannheim 227
09. SpVgg Fürth 224
10. 1. FC Schweinfurt 05 185
11. FC Bayern Hof 090
12. TSV Schwaben Augsburg 061
13. KSV Hessen Kassel 036
  • Für die Bundesliga durch die Zwölfjahreswertung qualifiziert
  • Für die Bundesliga durch die Meisterschaft der letzten Oberliga-Saison (1962/63) qualifiziert
  • Für die Bundesliga nicht qualifiziert
  • Helmut Schneiders Vertrag war bereits verlängert, dennoch musste er daraufhin den Verein verlassen. Für ihn kam Zlatko Čajkovski. Das erklärte Saisonziel in der Regionalliga 1963/64 war das Erreichen der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Dieses Ziel wurde mit einem zweiten Platz am Ende der Saison erreicht. Am 6. Juni 1964 konnte beim ersten Spiel der Aufstiegsrunde, dem ersten Pflichtspiel des damals erst 18 Jahre alten Franz Beckenbauer, der FC St. Pauli mit 4:0 besiegt werden. In seinem ersten Spiel für die Bayern gelang Beckenbauer gleich sein erstes Tor. Beckenbauer hatte sich gegen einen Wechsel zum TSV 1860 München und für den FC Bayern entschieden, nachdem er in einem Spiel seines SC München von 1906 gegen den TSV 1860 von einem Gegenspieler geohrfeigt worden war. Dem FC Bayern fehlte am Ende nur ein Punkt zum Aufstieg und es hieß, einen neuen Anlauf zu nehmen. Nachdem in den beiden Jahren zuvor mit Maier und Beckenbauer zwei spätere Grundpfeiler der Erfolgsjahre verpflichtet worden waren, kam mit Gerd Müller, dem späteren „Bomber der Nation“, ein Stürmer hinzu. Dabei konnte der Rivale TSV 1860 München ausgestochen werden, indem der FC Bayern Müller einen Profivertrag anbot, während der TSV lediglich einen Amateurvertrag über ein Jahr offerierte. Čajkovski war jedoch nicht begeistert von der Verpflichtung des jungen, gedrungenen Stürmers: „Was soll isch mit dieses Junge, diese Figur, unmöglich.“ Später nannte er ihn liebevoll „kleines dickes Müller“. Gleich in seinem ersten Spiel am 18. Oktober 1964 traf Müller zum 3:0 gegen den Freiburger FC und erzielte in der Saison 1964/65 in 26 Spielen 33 Tore. Das Torverhältnis von 146:32 als Meister der Regionalliga Süd stellt bis heute einen Rekord dar. In der Aufstiegsrunde wurde Tennis Borussia Berlin mit 8:0 in Berlin besiegt. Der FC Bayern stieg damit in die Bundesliga auf.

    1965 bis 1970 – Die ersten Jahre in der Bundesliga

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
    1965/66 3 71:38 47-21 26.294
    1966/67 6 62:47 37-31 22.353
    1967/68 5 68:58 38-30 21.706
    1968/69 1 61:31 46-22 25.029
    Grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

    Vor der ersten Bundesligasaison der Bayern schimpfte Čajkovski, dass er keine fertigen Spieler habe und zufrieden wäre, wenn die Klasse gehalten würde. Am ersten Spieltag im Derby gegen den TSV 1860 ging der FC Bayern mit 0:1 als Verlierer vom Platz. Am vierten Spieltag stand die Mannschaft zum ersten Mal an der Tabellenspitze der Bundesliga. Die erste Saison wurde auf dem dritten Tabellenplatz beendet. Es war das einzige Mal in der Geschichte der Bundesliga, dass beide Vereine aus München am Ende einer Saison unter den ersten Drei standen. Zusätzlich gelang es zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den DFB-Pokal zu gewinnen. Das Finale gegen den Meidericher SV wurde im Frankfurter Waldstadion mit 4:2 gewonnen. Sepp Maier nach dem Spiel: „Hoaß war’s, gschwitzt hamma, und gwunna a no. Grad sche war’s!“ 1966 kamen damit sowohl der deutsche Meister als auch der deutsche Pokalsieger aus München.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1966

    In der nächsten Saison, 1966/67, blieb die Mannschaft nahezu unverändert. Einzig Franz „Bulle“ Roth kam aus Kaufbeuren hinzu, Georg Schwarzenbeck aus dem eigenen Nachwuchs. Nach dem Auftritt im inoffiziellen Messestädte-Pokal spielte der FC Bayern erstmals in einem von der UEFA veranstalteten internationalen Wettbewerb, dem Europapokal der Pokalsieger. Diese Saison des Pokalsiegerwettbewerbs wurde zum ersten großen Triumphzug der Bayern auf europäischer Bühne. Über Tatran Prešov, die Shamrock Rovers, Rapid Wien und Standard Lüttich erreichte der FC Bayern das Finale, das fast zu einem Heimspiel mutierte, da es in Nürnberg stattfand. An gleicher Stelle hatten die Bayern schon 35 Jahre zuvor den ersten wichtigen Titel für den Verein gewinnen können.

    Gegner im Finale waren die Glasgow Rangers, die zuvor im Achtelfinale den Titelverteidiger Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen hatten. Vor 71.000 Zuschauern erzielte Bulle Roth in der Verlängerung (108. Minute) das 1:0 für die Münchner. Roth hatte zwei Jahre zuvor noch in der C-Klasse beim TSV Bertoldshofen gespielt und erzielte jetzt das entscheidende Tor zum ersten internationalen Titel des FC Bayern München. Nach Borussia Dortmund im Jahr zuvor gewann damit erneut ein deutscher Verein den Pokal der Pokalsieger.

    Die reguläre Bundesliga-Saison schloss der FC Bayern nur auf Platz sechs ab, der DFB-Pokal wurde jedoch erfolgreich verteidigt. In Stuttgart sahen 68.000 Zuschauer den erneuten Pokaltriumph der Bayern. Mit 4:0, durch Tore von Müller (2), Ohlhauser und Brenninger (je 1), hatte der Hamburger SV mit Uwe Seeler keine Chance.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1967 und des Endspiels um den Europapokal der Pokalsieger 1967

    Dies war der dritte Pokalerfolg innerhalb von zwölf Monaten. Franz Beckenbauer wurde das erste Mal in seiner noch jungen Karriere zum „Fußballer des Jahres“ gewählt. Die darauffolgende Saison 1967/68 war nicht das Jahr der Bayern. Das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger 1967/68 wurde gegen den späteren Sieger AC Mailand verloren, im DFB-Pokal warf der damalige Regionalligist VfL Bochum den Titelverteidiger ebenso im Halbfinale aus dem Wettbewerb. In der Bundesliga reichte es nur zum fünften Platz. Erstmals in der Bundesliga zog der FC Bayern jedoch am Erzrivalen TSV 1860 sowohl in der Tabelle als auch in der Gunst der Zuschauer in München vorbei und ist seitdem der stets erfolgreichere der beiden Vereine geblieben.

    Tschik Čajkovski verließ 1968 nach fünf Jahren den Verein Richtung Hannover 96. Für ihn kam Branko Zebec. Mit ihm kamen auch die beiden Österreicher Gustl Starek und Peter Pumm. Beide erwiesen sich in den folgenden Jahren als tragende Säulen seines Konzepts, das auf eine starke Defensive setzte. Gleich in seinem ersten Jahr als Trainer holte Zebec 1969 mit den Bayern das Double aus Meisterschaft und Pokal, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Im Pokalendspiel wurde der FC Schalke 04 mit 2:1 bezwungen, der Verein, dem es 1937 zuletzt gelang, das Double zu gewinnen. Vor dem Spiel nahm Gerd Müller die Ehrung als „Fußballer des Jahres“ entgegen.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1969

    1970 bis 1976 – Auf dem Weg zum Thron Europas

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
    1969/70 2 088:37 47-21 23.324
    1970/71 2 074:36 48-20 24.088
    1971/72 1 101:38 55-13 27.882
    1972/73 1 093:29 54-14 33.529
    1973/74 1 095:53 49-19 37.588
    1974/75 10 057:63 34-34 36.412
    1975/76 3 072:50 40-28 32.971
    Grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

    Am 13. März 1970 löste der erst 35-jährige Udo Lattek, bis dahin ohne große Trainererfahrung, den bisherigen Trainer Zebec ab. Mit der Amtsübernahme Latteks begann für den FC Bayern eine neue, noch erfolgreichere Ära. Unter Lattek brachte der FC Bayern die Saison 1969/70 als Zweiter zu Ende. Meister wurde erstmals Borussia Mönchengladbach. Gerd Müller wurde zum dritten Mal Torschützenkönig der Bundesliga mit der damaligen Rekordtorzahl von 38 Toren in einer Saison. Zudem wurde er Torschützenkönig bei der Fußball-WM 1970 in Mexiko. In jenem Jahr 1970 gab es außer auf der Trainerposition auch in der Mannschaft einen personellen Umbruch. Der langjährige Kapitän Werner Olk, mittlerweile 32 Jahre alt, verließ den FC Bayern und ließ seine aktive Karriere beim FC Aarau in der Schweiz ausklingen. Auch Rainer Ohlhauser, der in den vergangenen neun Jahren insgesamt 186 Ligatore für Bayern erzielt hatte, ging in die Schweiz, während es Gustl Starek zurück in seine österreichische Heimat zog, nachdem er zuletzt nur noch sporadisch zum Einsatz gekommen war. Vor Beginn der neuen Spielzeit verpflichtete der Verein mit Uli Hoeneß aus Ulm und Paul Breitner aus Freilassing zwei neue 18-jährige Talente, die später noch die Zukunft des FC Bayern maßgebend bestimmen sollten.

    Auch in der Saison 1970/71 war Bayern in der Bundesliga vorne mit dabei und war vor dem letzten Spieltag sogar Tabellenführer, verlor das letzte Saisonspiel jedoch mit 0:2 in Duisburg, während Gladbach als amtierender Meister seinen Titel durch ein 4:1 in Frankfurt erfolgreich verteidigen konnte. Nachdem die Mannschaft 1970 im DFB-Pokal als Titelverteidiger am mittlerweile zweitklassigen 1. FC Nürnberg gescheitert war und auch in der neuen Saison gegen Hessen Kassel und den 1. FC Kaiserslautern jeweils ins Wiederholungsspiel musste, wurde nun nach Siegen gegen Duisburg und in Düsseldorf wie zuletzt 1966, 1967 und 1969 abermals das Finale erreicht. Dort lagen die Bayern gegen den 1. FC Köln schon nach 13 Minuten mit 0:1 zurück, ehe Beckenbauer in der 53. Minute ausgleichen konnte. Dem für Franz Roth eingewechselten Edgar Schneider gelang in der 118. Minute das Siegtor. Die Bayern hatten damit bereits zum fünften Mal das Pokalfinale erreicht und jeweils den DFB-Pokal gewonnen, es war jedoch der letzte Triumph im DFB-Pokal für eine ganze Dekade.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1971

    Die Saison 1971/72 wurde für den Verein zum Jahr der Rekorde. Vom ersten Spieltag an blieben die Roten 14 Spiele in Folge ohne Niederlage. Am 28. Juni 1972 bestritt der FC Bayern München sein erstes Heimspiel im neuen Olympiastadion. Es war gleichzeitig das letzte Spiel der Saison, in einem „Endspiel“ um die Meisterschaft wurde der Tabellenzweite Schalke 04 mit 5:1 geschlagen. Die Meisterschaft wurde bei 24 Siegen, 3 Niederlagen und 7 Unentschieden mit 55 Punkten erreicht. Dabei erzielten die Bayern 101 Tore, 40 davon erzielte alleine Gerd Müller – der Mannschaftsrekord hat bis heute Bestand, die Bestmarke von Gerd Müller wurde erst fast ein halbes Jahrhundert später, in der Saison 2020/21 von Robert Lewandowski, ebenfalls in Diensten des FC Bayern München, um ein Tor überboten. Das 11:1 im Heimspiel gegen Borussia Dortmund war einer der höchsten Bundesligasiege. Die Münchner machten auch in der nächsten Saison da weiter, wo sie aufgehört hatten. Vom ersten bis zum letzten Spieltag hieß der Tabellenführer FC Bayern München, der mit elf Punkten Vorsprung Meister vor dem 1. FC Köln wurde. Auch 1974 war kein Vorbeikommen an den Bayern, der Titel wurde zum zweiten Mal hintereinander verteidigt, Gerd Müller wurde zum dritten Mal in Folge Torschützenkönig der Bundesliga und der FC Bayern München bestieg nun zum ersten Mal „Europas Thron“.

    In der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister kamen die Bayern dabei erst durch ein Elfmeterschießen im Rückspiel beim schwedischen Meister Åtvidabergs FF eine Runde weiter. Danach kam es zur Achtelfinalbegegnung mit Dynamo Dresden, die das erste deutsch-deutsche Aufeinandertreffen im UEFA-Europapokal war. Zur Halbzeit führte Dynamo Dresden mit 3:2 in München, die Münchner konnten das Spiel noch drehen und mit 4:3 gewinnen. Somit hatte Dresden eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel. Doch die Roten gingen bereits nach zwölf Minuten durch zwei Tore von Hoeneß mit 2:0 in Führung. Kurz nach der Halbzeitpause gelang den Sachsen in der 52. Minute der Ausgleich und vier Minuten später der Führungstreffer zum 3:2. Gerd Müller glich in der 58. Minute zum 3:3-Endstand aus. Die nächsten beiden Runden wurden relativ leicht gegen ZSKA Sofia und Újpest Budapest überstanden. Somit erreichten die Bayern das Finale in Brüssel. Gegner war Atlético Madrid und nach 90 Minuten stand es 0:0. Sechs Minuten vor Ende der Verlängerung gelang Luis Aragonés das 1:0 für Madrid durch einen Freistoß. Unmittelbar vor Abpfiff bekam Georg „Katsche“ Schwarzenbeck den Ball von Beckenbauer zugespielt. Er sah keine Anspielstation im Mittelfeld, Beckenbauer rief nur „Schieß einfach!“, was er aus 30 Metern auch tat und zum 1:1 in der 120. Minute traf. Schwarzenbeck ging mit diesem Tor in die Geschichte des Fußballs ein. Das 1:1 bedeutete nach damaligen Regeln ein Wiederholungsspiel, welches nur zwei Tage später an gleicher Stelle stattfand. Durch jeweils zwei Hoeneß- und Müller-Tore wurde Atlético mit 4:0 geschlagen. Zum ersten Mal gewann eine deutsche Mannschaft den Pokal der Landesmeister. Am nächsten Tag ging es noch zum Bundesligaausklang nach Mönchengladbach. Der FC Bayern ging mit 0:5 unter und Gladbachs Stürmer Jupp Heynckes zog mit zwei Treffern mit Gerd Müllers 30 Saisontoren gleich und sicherte sich damit seine erste von zwei Torjägerkanonen. Sieben Wochen später wurden sieben Bayern im Münchner Olympiastadion Weltmeister.

    Der Europapokal der Landesmeister

    Spieldaten der Endspiele um den Pokal der Landesmeister 1974

    Zur Saison 1974/75 folgte Paul Breitner für eine Ablösesumme von drei Millionen Mark nach einem Jahr dem Ex-Gladbacher Günter Netzer zu Real Madrid. 20.000 Mark davon gingen an Borussia Lippstadt für das 18-jährige Stürmertalent Karl-Heinz Rummenigge. Zum Saisonauftakt gab es bei den Kickers Offenbach im Frankfurter Waldstadion, wo wegen der Sanierung des Bieberer Bergs gespielt wurde, eine 0:6-Niederlage. Nach der Hinserie waren die Bayern 14. und aufgrund der schlechten Ligaposition kam es zu einem Krisengespräch zwischen Lattek und Präsident Neudecker. Lattek schilderte das Gespräch später so: „Herr Neudecker, wir müssen etwas ändern“, worauf Neudecker mit „Sie haben recht. Sie sind gefeuert“, antwortete. Neuer Trainer wurde Beckenbauers Trauzeuge, der DFB-Trainer Dettmar Cramer. Cramer konnte die Bundesligasaison nicht retten: die Bayern wurden Zehnte. Passend zum 75-jährigen Vereinsjubiläum konnte man jedoch den Pokal der Landesmeister verteidigen. Der Weg ins Finale führte über den Sparwasser-Verein 1. FC Magdeburg mit dem ersten Auswärtssieg im Landesmeistercup, Ararat Eriwan und den AS Saint-Étienne. Da sich die Bayern und der Gewinner des Pokals der Pokalsieger 1974, der 1. FC Magdeburg, offiziell nicht über einen Termin für die Austragung des europäischen Supercups einigen konnten, waren diese Spiele entfallen. Das Aufeinandertreffen im Pokal der Landesmeister der beiden Mannschaften wurde dadurch zu einer Ersatzentscheidung verklärt, welche für die Bayern ausfiel. In Paris, wo das Finale zur Wiedereröffnung des renovierten Prinzenparkstadions stattfand, setzten sich die Münchner – nicht unbedingt dem Spielverlauf entsprechend – durch zwei späte Tore von Franz „Bulle“ Roth und Müller 2:0 gegen Leeds United durch. Die enttäuschten Fans von Leeds randalierten schon während des Spiels, was Leeds eine fünfjährige Sperre für Europapokalspiele eintrug. Bayern stellte einen Rekord auf: kein Verein war jemals schlechter in der nationalen Liga, als er den Europacup holte.

    Spieldaten des Endspiels um den Pokal der Landesmeister 1975

    Die Saison 1975/76 verlief in der Liga wieder nicht zufriedenstellend; zur Winterpause belegte der FC Bayern München nur Platz zehn. Die Spiele um den UEFA Super Cup gegen Dynamo Kiew verlor man beide. Nach der Winterpause lief es besser und der Verein belegte am Ende den dritten Tabellenplatz. Im DFB-Pokal kamen die Bayern bis ins Halbfinale, wo man am Hamburger SV scheiterte. Nach Jeunesse Esch, Malmö FF und Benfica Lissabon standen die Bayern im Halbfinale des Pokals der Landesmeister Real Madrid gegenüber. Das Rückspiel im Olympiastadion war restlos ausverkauft und mit Günter Netzer und dem ehemaligen Roten Paul Breitner standen zwei deutsche Nationalspieler in Diensten von Real. Nach einem 1:1 im Hinspiel wurde Real mit zwei Toren von Gerd Müller besiegt und die Bayern zogen zum dritten Mal in Folge ins Finale ein. Dort trafen sie auf den AS Saint-Étienne. Franz Roth zeichnete sich schon wie im Vorjahr als Torschütze im Finale aus, diesmal jedoch gleich als Goldtorschütze: Sein 1:0 in der 57. Minute war das einzige Tor des Spiels und zum dritten Mal war der FC Bayern Gewinner des Landesmeisterpokals. Dieses war zuvor nur den Königlichen aus Madrid (fünfmal in Folge) und Ajax Amsterdam von 1971 bis 1973 gelungen.

    Spieldaten des Endspiels um den Pokal der Landesmeister 1976 und Spieldaten des Endspiels um den UEFA Super Cup 1975

    1976 bis 1979 – Der FC Bayern im Umbruch

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
    1976/77 7 74:65 37-31 31.550
    1977/78 12 62:64 32-36 30.910
    1978/79 4 69:46 40-28 34.153

    Nach den Jahren der internationalen Triumphe befand sich die Mannschaft im Umbruch. Einer der letzten großen Höhepunkte war als erste deutsche Mannschaft der Gewinn des Weltpokals im Dezember 1976 gegen Cruzeiro Belo Horizonte, während der Supercup gegen den RSC Anderlecht erneut nicht gewonnen werden konnte. Die Siegesserie im Europapokal der Landesmeister endete im Viertelfinale gegen Dynamo Kiew. In der Liga wurde nur der siebte Platz erreicht, der mit viel Glück jedoch die UEFA-Pokal-Qualifikation bedeutete, da der 1. FC Köln als Fünfter den DFB-Pokal gewann und der HSV als Sechster den Europapokal der Pokalsieger. 65 Gegentore in jener Spielzeit bedeuten den bis dato absoluten Negativrekord für die Münchner, lediglich die Torhüter der drei Absteiger hatten häufiger hinter sich greifen müssen. 12 der 65 Gegentore waren in zwei denkwürdigen Partien innerhalb weniger Wochen gefallen: Zum einen bei einem 6:5-Sieg beim VfL Bochum, bei dem es der Bayern-Mannschaft als bislang einzigem Bundesliga-Team gelungen war, nach einem 0:4-Rückstand das Spiel noch zu gewinnen, zum anderen bei einer 0:7-Heimniederlage gegen den FC Schalke 04, der höchsten des FC Bayern überhaupt. Mit der Saison endete auch eine Ära, denn Kapitän Franz Beckenbauer, wenige Monate zuvor nochmals mit dem Ballon d’Or als bester Fußballer Europas ausgezeichnet, brach seine Zelte in München ab und wechselte über den Atlantik zu Cosmos New York.

    Spieldaten des Endspiels um den Weltpokal 1976 und Spieldaten des Endspiels um den UEFA Super Cup 1976

    Im Dezember 1977 machte der Verein ein Tauschgeschäft mit Eintracht Frankfurt: Cramer wechselte an den Main, im Gegenzug kam Gyula Lóránt an die Isar. Bayern wurde nur Tabellenzwölfter, die schlechteste Platzierung der Bundesligageschichte des Vereins. Zum Ende der Saison kehrte Paul Breitner für 1,75 Millionen Mark von Eintracht Braunschweig zurück nach München. Gyula Lóránt wurde bereits im Dezember 1978 beurlaubt und sein bisheriger Co-Trainer Pál Csernai übernahm dessen Posten. Als Nachfolger war Max Merkel bereits engagiert, die Mannschaft sprach sich jedoch gegen ihn aus, weswegen Csernai Trainer blieb und Präsident Neudecker nach 17 Jahren Amtszeit zurücktrat. Neuer Präsident wurde Willi O. Hoffmann. Gerd Müller folgte Franz Beckenbauer 1979 in die USA. Einziger Lichtblick in den unruhigen Zeiten war das neugeschaffene Duo Rummenigge und Breitner, Breitnigge genannt. Alleine 26 der erzielten 69 Tore gingen auf das Konto der beiden. Im April 1979 kehrte Uli Hoeneß nach einem mehrmonatigen Intermezzo beim 1. FC Nürnberg zum FC Bayern zurück und wurde, da er verletzungsbedingt seine Spielerlaufbahn beenden musste, mit gerade erst 27 Jahren Manager des Vereins.

    1979 bis 1991 – Der Erfolg kommt zurück

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
    1979/80 1 84:33 50-18 39.579
    1980/81 1 89:41 53-15 36.412
    1981/82 3 77:56 43-25 33.372
    1982/83 4 74:33 44-24 31.324
    1983/84 4 84:41 47-21 30.794
    1984/85 1 79:38 50-18 32.765
    1985/86 1 82:31 49-19 27.265
    1986/87 1 67:31 53-15 37.471
    1987/88 2 83:45 48-20 28.034
    1988/89 1 67:26 50-18 30.353
    1989/90 1 64:28 49-19 36.235
    1990/91 2 74:41 45-23 35.833
    Grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

    Im Juli 1979 erreichte den Verein die nächste Hiobsbotschaft: Sepp Maier verletzte sich bei einem Autounfall so schwer, dass die Katze von Anzing, wie er auch genannt wurde, seine Karriere vorzeitig beenden musste. Mit 35 Jahren hatte er 473 Bundesligaspiele bestritten, alle für den FC Bayern, davon 442 Spiele in Folge. Maiers Nachfolger wurden der zwei Jahre zuvor von Victoria Hamburg verpflichtete Nachwuchstorhüter Walter Junghans und zusätzlich der erfahrene Zweitligatorhüter Manfred Müller. Auch der letzte Große der 70er-Ära musste seine Karriere frühzeitig beenden: Katsche Schwarzenbeck bestritt am 18. August 1979 sein letztes Bundesligaspiel gegen den FC Schalke 04. Er zog sich eine Achillessehnenverletzung zu, die ihn zwang, seine Karriere zu beenden. Schwarzenbeck bestritt 416 Bundesligaspiele für die Bayern, in denen er 16 Tore erzielte. Andere Spieler rückten dafür ins Rampenlicht: Klaus Augenthaler, inzwischen Stammspieler, Dieter Hoeneß, der vom VfB Stuttgart an die Isar kam, und Karl-Heinz Rummenigge. Letzterer wurde 1979 zum Fußballer Europas gewählt.

    Im DFB-Pokal schieden die Roten blamabel gegen die SpVgg Bayreuth schon in der dritten Hauptrunde aus. Im UEFA-Pokal wurde das Halbfinale erreicht und unterlag dort abermals im deutsch-deutschen Duell der Eintracht aus Frankfurt trotz eines 2:0 im Hinspiel. Bereits im Jahr zuvor waren die Bayern im Achtelfinale des UEFA-Pokals gegen Eintracht Frankfurt ausgeschieden. In der Rückrunde der Bundesliga lieferten sich die Bayern ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem HSV. Erst am letzten Spieltag kam es zur Entscheidung über die Meisterschaft. Bayern München gewann zu Hause im Olympiastadion gegen Eintracht Braunschweig mit 2:1 durch Tore von Breitner und Rummenigge. Seit dem Gewinn des Weltpokals 1976 konnte der erste Titel für die Bayern und zugleich die erste Meisterschaft seit sechs Jahren gefeiert werden. Der 1977/78 eingeleitete Umbruch war abgeschlossen und die Bayern fanden in die Erfolgsspur zurück.

    1980/81 konnte der FC Bayern München seinen Meistertitel erfolgreich verteidigen, wobei das Duo Breitnigge insgesamt 46 Tore erzielte. Im Pokal der Landesmeister gelangte er bis ins Halbfinale und bezwang dabei unter anderem Ajax Amsterdam. Auch im Halbfinale verlor er kein Spiel gegen den FC Liverpool, musste aber wegen der Auswärtstorregel nach dem 1:1 im Rückspiel in München die Segel streichen. Die Reds aus Liverpool holten im Finale ihren dritten Pokal der Landesmeister. In der dritten Hauptrunde des DFB-Pokals war erneut Endstation gegen den 1. FC Kaiserslautern.

    Doch im folgenden Jahr holte der Verein elf Jahre nach dem letzten Sieg zum sechsten Mal den Pokal an die Isar. Das Finale im Frankfurter Waldstadion war eines der außergewöhnlichsten in der Geschichte dieses Wettbewerbs, denn Dieter Hoeneß spielte es trotz einer Kopfverletzung, die er sich im Spiel zuzog, mit Kopfverband zu Ende. Die Bayern lagen zur Halbzeit bereits mit 0:2 gegen den 1. FC Nürnberg zurück. Nach einem Kopfballduell mit Alois Reinhardt zog sich Hoeneß die schwere Kopfverletzung zu, die zunächst nur notdürftig verbunden wurde. In der Halbzeitpause redete sein Bruder Uli ihm zu, er solle die Zähne zusammenbeißen, denn man würde ihn brauchen. Daraufhin ließ Dieter Hoeneß die Wunde ohne Narkose nähen und erschien zur zweiten Halbzeit wieder auf dem Rasen. Der FC Bayern drehte das Spiel noch und Dieter Hoeneß gelang dabei sogar in der 89. Minute das entscheidende Tor zum 4:2 per Kopf. Auch im Europapokal war der FC Bayern München wieder erfolgreicher und gelangte ins Finale des Pokals der Landesmeister, unterlag dort jedoch Aston Villa mit 0:1 trotz einer klaren Dominanz im Spielverlauf. In der Meisterschaft machten der HSV und der 1. FC Köln den Titel unter sich aus. Es blieb nur der 3. Platz für die Münchner, nachdem sie am Bökelberg gegen Gladbach mit 0:3 unterlegen waren.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1982 und des Endspiels um den Europapokal der Landesmeister 1982

    Zur Saison 1982/83 wurde der belgische Nationaltorhüter Jean-Marie Pfaff vom SK Beveren verpflichtet. Dieser war zwar gleich am ersten Spieltag maßgeblich an der 0:1-Niederlage bei Werder Bremen beteiligt, als er einen Einwurf von Uwe Reinders ins eigene Tor lenkte, war jedoch in den folgenden sechs Jahren sowohl Stammtorwart als auch Publikumsliebling. Seine erste Saison verlief jedoch eher mäßig erfolgreich und Trainer Pal Csernai wurde drei Spieltage vor Ablauf der Saison entlassen. In der Bundesliga reichte es nur zu Platz vier, die Mannschaft scheiterte im Viertelfinale des Pokals der Pokalsieger am FC Aberdeen, der später auch den Titel gewann, und im DFB-Pokal schied sie frühzeitig bei Eintracht Braunschweig aus. Zum Saisonende beendete mit Paul Breitner erneut einer der „Großen“ seine Karriere. Am 33. Spieltag gegen Schalke gab Michael Rummenigge, der rund acht Jahre jüngere Bruder von Karl-Heinz, seinen Einstand bei den Bayern. Im Juli 1983 kehrte Udo Lattek als Trainer nach München zurück. Unter ihm folgten erneut sehr erfolgreiche Jahre. Die Mannschaft erreichte unter seiner Leitung dreimal hintereinander das Pokalfinale. Das Finale 1984 gegen Borussia Mönchengladbach musste im Elfmeterschießen entschieden werden. Lothar Matthäus, dessen Wechsel zur folgenden Spielzeit an die Isar bereits feststand, verschoss den ersten Elfmeter für Gladbach. Im Jahr darauf verloren die Bayern nach 1:0-Führung mit 1:2 gegen Bayer 05 Uerdingen, 1986 folgte ein ungefährdeter 5:2-Finalsieg gegen den VfB Stuttgart.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1984; Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1985 und Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 1986

    Karl-Heinz Rummenigge wurde 1984 für die damalige Weltrekord-Ablösesumme von 11,4 Millionen Mark an Inter Mailand verkauft, womit sich die Bayern ihrer Schulden entledigten und noch mehrere Millionen Wechselgeld in der Kasse behielten und sich die finanzielle Vormacht in Deutschland sicherten, die nie mehr verloren ging.

    Erreichten die Bayern 1985 nur das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger, so standen sie 1987 wieder im Finale des Pokals der Landesmeister. In Wien trafen sie auf den Außenseiter FC Porto. Bis zur 78. Minute führten die Bayern mit 1:0 durch ein frühes Tor von Ludwig Kögl, ehe Rabah Madjer durch ein Hackentricktor der Ausgleich gelang. Nur zwei Minuten später folgte das 2:1 des FC Porto und der FC Bayern verpasste erneut die Chance auf den Gewinn des Europapokals der Landesmeister. Die Meisterschaft wurde in den Jahren 1985 bis 1987 gleich dreimal in Folge gewonnen. Mit dem Gewinn der Meisterschaft 1986 löste der FC Bayern den 1. FC Nürnberg als Rekordmeister Deutschlands ab, wobei dem FC Bayern in der Saison 1984/85 das seltene Kunststück gelang, vom ersten bis zum letzten Spieltag Tabellenführer der Bundesliga zu sein. Udo Lattek nahm zum Ende der Saison 1986/87 seinen Hut und verabschiedete sich zum letzten Male von den Bayern. In seinen zwei Amtszeiten als Trainer des FC Bayern München gewann er insgesamt sechs Meisterschaften, dreimal den DFB-Pokal und einmal den Landesmeisterpokal.

    Spieldaten des Endspiels um den Europapokal der Landesmeister 1987

    Auf Udo Lattek folgte Jupp Heynckes als Trainer bei den Bayern. In seiner ersten Saison als verantwortlicher Trainer sprang am Ende Platz zwei hinter Werder Bremen heraus. Es folgte erneut ein Umbruch in der Mannschaft, wobei fünf Nationalspieler den Verein verließen. Matthäus und Brehme gingen zu Inter Mailand, und Jean-Marie Pfaff verließ den Verein in Richtung Lierse SK. Pfaff hatte 156 Bundesligaspiele für die Bayern absolviert. Nachfolger von Pfaff wurde der damals 25-jährige Raimond Aumann. Neu verpflichtet wurden unter anderem Stefan Reuter, Olaf Thon und Roland Grahammer. So klappte es für Heynckes mit der Meisterschaft im zweiten Anlauf und Roland Wohlfarth wurde mit 17 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga. Im DFB-Pokal war Heynckes dagegen nicht so erfolgreich und schied mit den Bayern bereits in der dritten Runde gegen den Karlsruher SC aus. Im UEFA-Pokal wurde das Halbfinale erreicht. Dort scheiterten die Münchner am späteren Titelgewinner SSC Neapel mit dem damaligen Weltstar Diego Armando Maradona. In besserer Erinnerung aus jener Europapokalsaison 1988/89 dürfte jedoch das Achtelfinalrückspiel bei Inter Mailand sein. Nach einem 0:2 im Hinspiel schafften die Bayern das „Wunder von Mailand“ und gewannen das Rückspiel mit 3:1. Ebenfalls legendär war das Streitgespräch zwischen Christoph Daum, dem Trainer des Titelkonkurrenten 1. FC Köln, mit Uli Hoeneß und Jupp Heynckes im ZDF-Sportstudio, bei dem es vor allem um die von den Münchnern als beleidigend empfundenen Äußerungen von Daum ging, z. B. dass eine Wetterkarte interessanter sei als ein Gespräch mit Heynckes.

    Für die Saison 1989/90, die ähnlich verlief wie die vorherige Saison, kamen sieben neue Spieler hinzu. Der Meistertitel wurde erfolgreich verteidigt, im DFB-Pokal schied der FC Bayern im Achtelfinale beim VfB Stuttgart aus und im Europapokal der Landesmeister wurde das Halbfinale erreicht, wo die AC Mailand zu stark war. Das „Tor des Jahrzehnts“ gelang Klaus Augenthaler als er im Pokalspiel bei Eintracht Frankfurt aus 48,90 Metern das entscheidende 1:0 erzielte. Mit Augenthaler, Kohler, Pflügler, Reuter, Thon und Aumann fuhren gleich sechs Bayernspieler zur WM 1990 und kamen als Weltmeister zurück.

    Die 1990er Jahre begannen für die Bayern wie die 80er Jahre endeten. Mit dem Halbfinale im Pokal der Landesmeister erreichte der Verein zum dritten Mal in Folge die Runde der letzten Vier in einem Europapokalwettbewerb. Dies gelang zuletzt fast zehn Jahre zuvor, von 1980 bis 1982. Nach der SSC Neapel und der AC Mailand in den Jahren zuvor war diesmal Roter Stern Belgrad Endstation. Dabei schied die Mannschaft knapp und unglücklich aus. Bis zur 90. Minute des Rückspiels führte der FC Bayern mit 2:1 und wäre somit in der Verlängerung gewesen. Doch einen Flatterball von Klaus Augenthaler auf das eigene Tor vermochte Raimond Aumann nicht festzuhalten und mit einem 2:2 zog Roter Stern ins Finale ein. Im DFB-Pokal setzte es ein peinliches 0:1 in der ersten Runde bei den Amateuren vom FV 09 Weinheim, in der Liga wurden die Roten Vizemeister hinter dem 1. FC Kaiserslautern.

    1991 bis 1998 – Lange Suche nach dem richtigen Trainer mit vereinzelten Erfolgen

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
    1991/92 100 59:61 36-40 32.526
    1992/93 2 74:45 47-21 46.059
    1993/94 1 68:37 44-24 48.176
    1994/95 6 55:41 43-25 54.176
    1995/96 2 66:46 62 59.353
    1996/97 1 68:34 71 58.059
    1997/98 2 69:37 66 54.412
    Grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

    Zur Saison 1991/92 wechselten Kohler und Reuter zu Juventus Turin. Zwar erhielten die Bayern allein für Kohler rund 15 Millionen Mark an Ablöse, doch der sportliche Verlust wog schwer; der von der AS Rom verpflichtete Thomas Berthold erwies sich nicht als gleichwertiger Ersatz. Klaus Augenthaler hatte zudem seine Karriere beendet, in der er 404 Bundesligaspiele für den FC Bayern absolvierte und siebenmal Meister und dreimal Pokalsieger wurde. Raimond Aumann und Brian Laudrup erlitten beide einen Kreuzbandriss. Für Aumann und den ebenfalls ausgefallenen Ersatztorwart Sven Scheuer kam Gerald Hillringhaus ins Tor, konnte aber nur bedingt überzeugen, sodass kurzfristig der ehemalige Nationaltorhüter Toni Schumacher reaktiviert wurde und in acht Bundesligaspielen vor der Winterpause 1991/92 das Bayerntor hütete.

    Nach einer 1:4-Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers, somit vier sieglosen Ligaspielen in Folge und dem Abrutschen auf Tabellenplatz 12, war der Druck der Öffentlichkeit so groß, dass der Verein Trainer Jupp Heynckes am 8. Oktober 1991 entließ. Laut Aumann hatten die Spieler Tränen in den Augen, als sich Heynckes von ihnen verabschiedete. Uli Hoeneß, der mit Jupp Heynckes befreundet war und die Entscheidung der Entlassung mitgetragen hatte, sagte Jahre später mehrmals, dass es seine größte Fehlentscheidung gewesen sei. Nachfolger von Heynckes wurde Søren Lerby, der von 1983 bis 1986 selbst 89 Spiele für den FC Bayern absolviert hatte. Bessere Ergebnisse stellten sich dennoch nicht ein, im Gegenteil, denn in der 2. Runde des UEFA-Pokals wurden die Bayern von B 1903 Kopenhagen mit 6:2 deklassiert. Am Ende belegten die Münchner Platz zehn in der Bundesliga und qualifizierten sich das erste Mal seit 1979 nicht für einen internationalen Wettbewerb. Im März 1992 wurde Erich Ribbeck als neuer Trainer und Nachfolger Lerbys verpflichtet. Zudem investierte der Verein im Sommer insgesamt 23,5 Millionen Mark in neue Spieler, für damalige Verhältnisse eine hohe Summe. Allerdings verließen Stefan Effenberg und Brian Laudrup den Verein für 17 Millionen gemeinsam zur AC Florenz. Lothar Matthäus kehrte im Gegenzug nach vier Jahren in Italien nach Bayern zurück. Hinzu kamen Spieler wie Thomas Helmer, Mehmet Scholl und Jorginho. 32 Spieltage blieb der FC Bayern auf Platz eins der Tabelle, wurde aber am Ende nach einem 3:3 bei Schalke 04 Zweiter hinter Werder Bremen, das einen Zähler mehr gesammelt hatte.

    1994 gewann Bayern München seinen 13. Meistertitel. Zuvor wechselte beispielsweise mit Roland Wohlfarth der bis dahin drittbeste Bundesligatorschütze des Vereins nach Frankreich, da Coach Ribbeck nicht mehr mit ihm plante und der kolumbianische Angreifer Adolfo Valencia schon als Ersatz verpflichtet wurde. Die erste Wahl war Valencia aber nicht gewesen, ursprünglich sollte Anthony Yeboah, Ruud Gullit oder Kalle Riedle nach München wechseln. In der Winterpause einigten sich Ribbeck und der FC Bayern auf eine Auflösung seines Vertrags, Vizepräsident Franz Beckenbauer übernahm daraufhin zum ersten Mal den Trainerposten bei „seinem“ FC Bayern. Der Trennung waren vier sieglose Ligaspiele sowie das jeweils frühe Ausscheiden im UEFA-Cup und im DFB-Pokal vorangegangen. Auch wagte Ribbeck zu Saisonbeginn ein Experiment, als er von einer bis dahin häufig aufgestellten Dreierabwehrkette mit Libero auf eine Viererkette umstellte. „Auf vielfachen Wunsch“ stellte der Trainer jedoch im September 1993 nach interner wie externer Kritik wieder auf eine Dreierkette um. Schon vor der Winterpause trat hingegen Kapitän Aumann von seinem Amt zurück, nachdem die Verhandlungen Bayerns mit dem Karlsruher Torwart Oliver Kahn zunehmend an die Öffentlichkeit gerieten. Während der scheidende Ribbeck daraufhin für die restliche Hinserie Thomas Helmer zum neuen Spielführer ernannte, übertrug der Interimstrainer Beckenbauer dieses Amt zu Beginn der Rückrunde dem Libero Lothar Matthäus, der seinerseits Gerüchte über einen Wechsel in die Schweiz schürte. Am 32. Spieltag wurde dem FC Bayern das zu diesem Zeitpunkt dritte Phantomtor der Bundesligageschichte zuerkannt, der vermeintliche Torschütze war Thomas Helmer. Nachdem das DFB-Sportgericht dem Einspruch des Gegners 1. FC Nürnberg stattgab, wurde die Partie, die ursprünglich mit 2:1 für die Münchener endete, wiederholt. Das Nachholspiel gewann man dann mit 5:0. Die Meisterschaft wurde erst am letzten Spieltag entschieden, als der FC Bayern zuhause gegen Schalke 04 siegte und somit einen Punkt mehr als der Vizemeister 1. FC Kaiserslautern hatte.

    Zur Spielzeit 1994/95 wurde mit Giovanni Trapattoni von Juventus Turin einer der bis dahin erfolgreichsten Trainer der Fußballgeschichte verpflichtet, da weder Arsène Wenger noch Johan Cruyff oder Sven-Göran Eriksson von ihren jeweiligen Vereinen freigegeben wurden. Trapattoni hatte zuvor beispielsweise den Münchner Vizepräsidenten Karl-Heinz Rummenigge zu dessen aktiver Zeit trainiert, blieb aber zunächst nur für ein Jahr, da die Sprachprobleme zu groß waren. Als neuer Torhüter stieß Oliver Kahn zu den Bayern, der später zu einem der großen Spieler des Vereins werden sollte. Kahn verdrängte den bisherigen Stammtorwart Aumann, der noch im April 1994, als Kahns Verpflichtung bereits feststand, zur neuen Saison bei Fenerbahçe Istanbul unterschrieb. Im Herbst 1994 löste Franz Beckenbauer den seit 1985 amtierenden Fritz Scherer als Präsidenten des Gesamtvereins ab. In der Meisterschaft wurde der FC Bayern nur Sechster, doch konnte unter dem „Mister“ Trapattoni immerhin das Halbfinale des zwischenzeitlich in UEFA Champions League umbenannten Landesmeisterpokals erreicht werden, wo man gegen den späteren Turniersieger Ajax Amsterdam allerdings chancenlos war. Wie schon 1990 bereite ein unterklassiger Verein den Bayern eine Blamage in der 1. Runde des DFB-Pokals. Diesmal hieß der Gegner TSV Vestenbergsgreuth. Der Regionalligist gewann im Nürnberger Frankenstadion mit 1:0. Durch den späteren Pokalsieg von Borussia Mönchengladbach gelangte der FC Bayern trotz des sechsten Tabellenplatzes aber doch noch ins internationale Geschäft und konnte somit in der Folgesaison am UEFA-Pokal teilnehmen. Entscheidende Faktoren für den Verlauf dieser Spielzeit waren aber auch die Ausfälle mehrerer Führungsspieler. Die Hälfte der Saison verpasste beispielsweise Lothar Matthäus in Folge eines Achillessehnenrisses, während der neue Keeper Kahn fünf Monate aufgrund eines Kreuzbandrisses aussetzen musste.

    Mit Otto Rehhagel gelang es dem Verein in der Folgesaison, nicht nur einen weiteren renommierten Trainer zu verpflichten, sondern auch den Vertreter des direkten Rivalen Werder Bremen, in dessen Diensten dieser zuvor 14 Jahre lang gestanden und mit Bayern München häufig um die Meisterschaft konkurriert hatte. Trotz Platz zwei in der Liga, dem noch möglichen Gewinn der Meisterschaft und des Einzugs in die Endspiele des UEFA-Pokals musste Rehhagel am 27. April 1996 nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Hansa Rostock seinen Posten räumen. Franz Beckenbauer nahm erneut Platz auf der Bank, doch es blieb in der Bundesliga beim zweiten Platz hinter Borussia Dortmund. Unter ihm gewann die Mannschaft aber dann die beiden UEFA-Pokal-Endspiele gegen Girondins Bordeaux. Obwohl Beckenbauer damit den Europapokal der Pokalsieger, den Pokal der Landesmeister, den Weltpokal, die Europa- und die Weltmeisterschaft als Spieler und die WM und den UEFA-Pokal als Trainer gewonnen hatte und ihm in seiner Laufbahn einzig der europäische Supercup fehlte, wollte er persönlich als Interimstrainer sich nicht mit dem Titel identifizieren und sah sich selbst nicht als UEFA-Pokalsieger an. Beckenbauer nannte den UEFA-Pokal den „Cup der Enttäuschten“, da um ihn nur Mannschaften spielten, die „nichts erreicht“ und zuvor weder eine Meisterschaft noch eine nationalen Pokal gewonnen hatten. Jürgen Klinsmann, der vor der Saison von Tottenham Hotspur nach München gewechselt war, stellte in dieser UEFA-Pokal-Saison mit 15 Turniertreffern einen neuen Rekord auf. Dieser wurde erst 2011, als der Wettbewerb bereits UEFA Europa League hieß, vom Kolumbianer Falcao eingestellt.

    Spieldaten des Endspiels um den UEFA-Pokal 1996

    Zur neuen Saison 1996/97 wählte man eine praktische Lösung und holte Giovanni Trapattoni an die Isar zurück, diesmal mit etwas mehr Erfolg: Er wurde mit dem FC Bayern, der sieben Europameister von 1996 in seinen Reihen wusste, deutscher Meister, womit er erstmals einen Titel außerhalb Italiens gewann. Schon in der 1. Runde des UEFA-Cups schied der Titelträger trotz eines 1:0 im Rückspiel aufgrund einer 0:3-Niederlage im Hinspiel gegen den FC Valencia aus dem Turnier aus. Im Viertelfinale des DFB-Pokals unterlagen die Münchner dem Karlsruher SC mit 0:1. Bestimmt wurde die Saison auch durch vereinsinterne Streitigkeiten zwischen Spielführer Matthäus und Stürmer Jürgen Klinsmann. Bereits im Vorfeld der Spielzeit 1997/98 wurde Lothar Matthäus dann als Mannschaftskapitän abgesetzt. Der hauptsächliche Grund hierfür war sein Anfang 1997 veröffentlichtes Buch, das er Mein Tagebuch nannte, aus welchem die Bild noch vor der Veröffentlichung Auszüge druckte. Matthäus erzählte hier beispielsweise von der schwierigen Vorsaison, erwähnte aber auch seinen Mitspieler Klinsmann. Über Letzteren schrieb er: „Jürgen Klinsmann wird nie mein Freund werden“ und bezeichnete diesen ferner als „geldgierig und egoistisch“. Sowohl Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge als auch Teamkollegen wie Thomas Helmer, Markus Babbel und Thomas Strunz stellten sich daraufhin gegen den Spielführer des FC Bayern. Auf diesen folgte dann im Amt Thomas Helmer. Klinsmann, dessen Laufbahn als Profi dem Ende zuging, wechselte hingegen ablösefrei nach Italien. Die Führungsriege um Präsident Beckenbauer, Manager Hoeneß und Trainer Trapattoni stellte sich geschlossen vor die Mannschaft, die eingeschworen wurde, Interna in der Kabine zu lassen und sich ganz auf den sportlichen Erfolg zu konzentrieren. Für den Großteil der insgesamt 30 Mio. investierten Mark, nämlich 12,5 Mio., holte der FC Bayern als Ersatz für seinen mit Abstand besten Torschützen der Vorsaison (Klinsmann) den Brasilianer Giovane Élber vom VfB Stuttgart. Die Meisterschaft verlief jedoch für die Mannschaft, die auch durch den Verteidiger Bixente Lizarazu sowie die beiden ehemaligen Karlsruher Thorsten Fink und Michael Tarnat verstärkt wurde, eher enttäuschend: Ausgerechnet mit dem von Ex-Trainer Rehhagel trainierten Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern lieferte man sich einen spannenden Titelkampf, verblieb jedoch praktisch die gesamte Saison über auf Platz 2. In der Champions League traf man im Viertelfinale auf den Ligakonkurrenten und Titelverteidiger Dortmund, den Stéphane Chapuisat nach einem torlosen Hinspiel in der 109. Minute des Rückspiels eine Runde weiterbrachte. Zumindest gelang es dem FC Bayern nach 12 Jahren wieder, den DFB-Pokal zu gewinnen, durch einen 2:1-Sieg gegen den MSV Duisburg. Nach Saisonende verließ Trainer Trapattoni Bayern München zum zweiten Mal. Unvergessen blieb dabei seine Wutrede nach einem 0:1 bei Schalke am 10. März 1998 in einer Pressekonferenz.

    Spieldaten des DFB-Pokal-Endspiels 1998

    1998 bis 2004 – Die Ära Hitzfeld mit dem Champions-League-Sieg 2001

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
    1998/99 1 76:28 78 53.765
    1999/2000 1 73:28 73 52.588
    2000/01 1 62:37 63 48.471
    2001/02 3 65:25 68 52.765
    2002/03 1 70:25 75 51.588
    2003/04 2 70:39 68 55.471
    Grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft
    In Hitzfelds 6-jähriger Amtszeit als Cheftrainer wurde der FC Bayern u. a. 4-mal deutscher Meister, 2-mal Pokalsieger sowie Champions-League- und Weltpokal-Sieger

    Zur Saison 1998/99 kam der „Meistermacher“ der Dortmunder Borussia, Ottmar Hitzfeld, der im Vorjahr noch als Sportdirektor der Dortmunder gearbeitet hatte, als Trapattoni-Nachfolger nach München. Mit Hitzfeld kehrte Stefan Effenberg an die Isar zurück, der bereits von 1990 bis 1992 für den FC Bayern gespielt hatte. Er wurde in den nächsten Jahren zu Hitzfelds verlängertem Arm innerhalb der Mannschaft. Unter dem neuen Trainer wurden die Bayern auf Anhieb Meister mit 15 Punkten Vorsprung auf den Vizemeister Bayer Leverkusen und das Triple schien möglich.

    Die Meisterschaft bereits gesichert, standen die Bayern am 26. Mai 1999 im Champions-League-Finale in Barcelona der Mannschaft von Manchester United gegenüber, gegen die sie in der Gruppenphase zweimal unentschieden gespielt hatte. Bereits in der 6. Minute gingen die Münchner durch ein Tor von Mario Basler mit 1:0 in Führung. Der FC Bayern war auch im weiteren Verlauf des Spiels überlegen und hätte sowohl durch Mehmet Scholl als auch durch Carsten Jancker die Führung weiter ausbauen können. Beide trafen jedoch nur den Torpfosten beziehungsweise die Latte. In der 80. Minute ließ sich Lothar Matthäus, bis dahin einer der besten Spieler auf dem Platz, auf eigenen Wunsch auswechseln. Die Mannschaft hielt das 1:0 bis zur Nachspielzeit, bis es Manchester durch Tore von Sheringham und Solskjær gelang, das Spiel innerhalb von zwei Minuten zu drehen. Dieses Champions-League-Finale ging als eines der denkwürdigsten in die Geschichte ein, und noch lange wurde über die Auswechslung von Matthäus kontrovers diskutiert.

    Zweieinhalb Wochen später war Matthäus erneut die tragische Figur, als es im DFB-Pokal-Endspiel gegen Werder Bremen nach Verlängerung 1:1 stand und das Elfmeterschießen entscheiden musste. Den letzten Elfmeter hielt Werder-Torwart Rost gegen Matthäus und somit ging dieses Elfmeterschießen mit 4:5 verloren. Es war das erste Mal, dass der FC Bayern gleich zwei Endspiele in einer Saison verlor.

    Spieldaten des DFB-Pokal-Endspiels 1999 und des Champions-League-Endspiels 1999

    Zur Saison 1999/2000 kamen der damals 17-jährige Roque Santa Cruz, Patrik Andersson und Paulo Sérgio neu zum Verein, Thomas Helmer, Ali Daei und später Mario Basler verließen ihn. Die Saison verlief durchaus erfolgreich. Die Bayern wurden zum 16. Mal Meister, gewann in einer Neuauflage des letztjährigen Endspiels zum 10. Mal den DFB-Pokal mit 3:0 gegen Werder Bremen und erreichten das Halbfinale der Champions League, wo sie gegen Real Madrid, zuvor auch einer der Gruppengegner, ausschieden. Zudem feierte der Verein im Frühjahr 2000 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Zu diesem Anlass wurde ein Einladungsturnier mit Real Madrid, Manchester United und Galatasaray Istanbul ausgetragen, das der FC Bayern gewinnen konnte.

    Die Entscheidung in der Meisterschaft fiel erst am letzten Spieltag. Seit dem 30. Spieltag der Saison hatte Leverkusen die Tabelle der Bundesliga angeführt. Nach dem 33. Spieltag betrug der Vorsprung drei Punkte. Ein Unentschieden bei der SpVgg Unterhaching hätte der Elf um Trainer Christoph Daum für den ersten Titelgewinn selbst bei einem Sieg der Bayern gegen Werder Bremen gereicht. Doch es kam anders. Bayern München erledigte seine Aufgabe zu Hause und gewann mit 3:1. Gleichzeitig gelang es nur wenige Kilometer entfernt den Leverkusenern nicht, den einen Punkt unter Dach und Fach zu bringen. Bayer 04 verlor mit 0:2 beim Aufsteiger aus dem Vorort Münchens – Michael Ballack schoss dabei ein Eigentor zum 0:1 – und die Meisterschaft ging an den FC Bayern.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2000

    Eintrittskarte zum Rückspiel des Champions-League-Halbfinals 2001

    In der Saison 2000/01 gelang es dem FC Bayern, den Titel in der Bundesliga erfolgreich zu verteidigen. Der letzte Spieltag war einer der denkwürdigsten in der Geschichte der Bundesliga. Am 33. Spieltag verlor der FC Schalke 04 die Tabellenführung an die Bayern, die dadurch drei Punkte Vorsprung, aber das schlechtere Torverhältnis aufwiesen. Der FC Schalke gewann dann sein letztes Spiel daheim gegen Unterhaching mit 5:3. Zeitgleich blieb die Partie der Bayern in Hamburg lange torlos, doch in der 90. Minute ging der HSV durch einen Kopfball von Sergej Barbarez mit 1:0 in Führung, was die Meisterschaft für die Königsblauen bedeutet hätte. Während die Schalker Anhänger bereits auf den Platz des Parkstadions stürmten und feierten, wurden auf der Leinwand die letzten Minuten aus Hamburg übertragen. Weil Mathias Schober, Torhüter des HSV, in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Rückpass aufgenommen hatte, gab es einen indirekten Freistoß für den FC Bayern, den Patrik Andersson zum 1:1-Endstand verwandelte und damit den FC Bayern zum Meister machte.

    Nur vier Tage nach dieser dramatischen Meisterschaftsentscheidung gelang es den Bayern 25 Jahre nach dem letzten Sieg im Europapokal der Landesmeister und zwei Jahre nach dem dramatischen Endspiel in Barcelona, diesen Pokal zum vierten Mal zu gewinnen. Nachdem sie den FC Arsenal, Manchester United und Real Madrid ausgeschaltet hatten, standen die Münchner im Finale der Champions League in Mailand dem FC Valencia gegenüber und siegten nach einer knappen Partie mit 5:4 im Elfmeterschießen. Der Held der Partie war Torhüter Oliver Kahn, der insgesamt drei Elfmeter parierte.

    Spieldaten des Endspiels um die Champions League 2001

    Die Saison 2001/02 verlief zunächst weniger erfolgreich. Schon die ersten Partien konnte der FC Bayern nicht für sich entscheiden. Man verlor im Ligapokal und im europäischen Supercup in Monaco musste man sich mit 2:3 dem FC Liverpool geschlagen geben. Am 27. November 2001 wurde in Tokio mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen die Boca Juniors zum zweiten Mal nach 1976 der Weltpokal gewonnen, das Siegtor schoss Samuel Kuffour. Dies sollte jedoch der einzige Titel der Saison bleiben. In der Bundesliga wurde hinter Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen Platz drei erreicht, in der Champions League war im Viertelfinale gegen Real Madrid und im DFB-Pokal im Halbfinale bei Schalke 04 Schluss.

    Spieldaten des UEFA Super Cups 2001 und Spieldaten des Weltpokals 2001

    Für Stefan Effenberg, der die Bayern verließ, wurden zur Saison 2002/03 die Mittelfeldstars Michael Ballack, Zé Roberto und Sebastian Deisler verpflichtet. In der Champions-League-Saison 2002/03 konnten die Bayern aus sechs Spielen nur zwei Punkte erringen und schieden blamabel bereits nach der Vorrunde aus. In der Bundesliga lief es erfolgreicher und Bayern erreichte am Ende mit einem Vorsprung von 16 Punkten auf den zweitplatzierten VfB Stuttgart die erneute Meisterschaft. Zudem gelang der Sieg im DFB-Pokal. Mit 3:1 wurde im Finale der 1. FC Kaiserslautern besiegt und die Bayern gewannen so erneut das Double. In der Saison gab Bastian Schweinsteiger seinen Einstand bei den Profis des FC Bayern beim Champions-League-Heimspiel gegen den RC Lens. Im Frühjahr 2003 kam mit der Kirch-Affäre der wohl größte Skandal der Vereinsgeschichte ans Licht.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2003

    Im Sommer 2003 wechselte der niederländische Stürmer Roy Makaay für die damalige Rekordsumme von 18,7 Millionen Euro von Deportivo La Coruña zum FC Bayern München. Makaay hatte in der Vorsaison in der Champions League vier Tore gegen den FC Bayern erzielt. Außerdem schloss sich der argentinische Abwehrspieler Martín Demichelis der Mannschaft an. In der Saison 2003/04 waren die Münchner gegen den blendend aufspielenden späteren Meister Werder Bremen mit einem starken Aílton jedoch nicht in der Lage, den Titel erfolgreich zu verteidigen. So blieb am Ende als Zweiter die direkte Qualifikation zur Champions League im darauffolgenden Jahr. 2003/04 reichte es dort zum Achtelfinale, in dem die Münchner wie zwei Jahre zuvor gegen Real Madrid ausschieden. Im DFB-Pokal war im Viertelfinale bei Alemannia Aachen Endstation. Zum Ende der Saison löste der FC Bayern den Vertrag mit Trainer Hitzfeld, der noch bis Mitte 2005 datiert war, vorzeitig auf. Beim Fernsehsender Sport1 gab Hitzfeld 2011 bekannt, dass er den Verein von sich aus verlassen hatte, da er kurz vor einem Burnout gestanden habe.

    2004 bis 2012 – Umzug in die Arena, wechselnde Trainer und das Finale dahoam

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
    2004/05 1 75:33 77 53.294
    Umzug in die Allianz Arena
    2005/06 1 67:32 75 67.641
    2006/07 4 55:40 60 68.647
    2007/08 1 68:21 76 69.000
    2008/09 2 71:42 67 69.000
    2009/10 1 72:31 70 69.000
    2010/11 3 81:40 65 69.000
    2011/12 2 77:22 73 69.000
    Grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

    Der Nachfolger von Ottmar Hitzfeld wurde zur Saison 2004/05 Felix Magath vom VfB Stuttgart. Mit dem brasilianischen Weltmeister Lúcio von Bayer Leverkusen kam eine Verstärkung für die Innenverteidigung. Der neue Trainer hatte auf Anhieb Erfolg. So gelang es 2004/05 erneut, das Double zu holen. In der Bundesliga zog die Mannschaft zum Ende der zweiten Saisonhälfte einsam ihre Kreise und hatte zum Schluss 77 Punkte auf dem Konto und 14 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten, den FC Schalke 04, der die Bayern in der Bundesligasaison zweimal schlagen konnte. Beide Mannschaften standen sich im Finale des DFB-Pokals gegenüber, das die Münchner etwas glücklich mit 2:1 für sich entscheiden konnten. In der Champions League musste der FC Bayern im Viertelfinale gegen den FC Chelsea die Segel streichen. Zum Ende der Saison bestritten die Bayern das letzte Bundesligaspiel im Olympiastadion. Die Begegnung wurde 6:3 gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen und so endete die Ära in diesem Stadion mit der deutschen Meisterschaft, wie sie schon 1971/72 begonnen hatte.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2005

    Mit der neuen Saison zogen die Bayern in die neu gebaute Allianz Arena um. In seiner zweiten Saison beim FC Bayern schaffte Magath ein Novum. Unter ihm gelang es dem FC Bayern, als erste deutsche Mannschaft im Fußball der Männer das Double erfolgreich zu verteidigen. Dabei setzten sie sich in der Bundesliga am Ende vor Werder Bremen und dem HSV durch. Im Endspiel um den DFB-Pokal wurde Eintracht Frankfurt mit 1:0 durch ein Tor von Claudio Pizarro bezwungen. In der Champions League war im Achtelfinale Schluss. Dabei waren die Bayern nach einem 1:1 im Hinspiel gegen die AC Mailand im Rückspiel in Italien chancenlos und verloren mit 1:4. Ende der Saison lief der Vertrag von Michael Ballack aus. Bayern machte ihm ein Angebot über 36 Millionen Euro für einen neuen vier Jahre laufenden Vertrag, doch nach langer Überlegung lehnte der Nationalspieler ab und wechselte ablösefrei zum FC Chelsea. Nach der Saison beendete Bixente Lizarazu seine Karriere beim FC Bayern.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2006

    Für die Saison 2006/07 wurden Lukas Podolski und Mark van Bommel verpflichtet. Die dritte Saison beim FC Bayern verlief für Magath weniger erfolgreich. Wie drei Jahre zuvor scheiterten die Bayern im Pokal-Achtelfinale an Alemannia Aachen. Zudem drohten sie in der Bundesliga, nur auf Platz vier liegend, die Qualifikation zur Champions League zu verpassen. Deshalb wurde am 31. Januar 2007 Felix Magath nach zwei Double-Gewinnen in Folge durch seinen Vorgänger Ottmar Hitzfeld ersetzt. Doch auch er konnte die Qualifikation zur Champions League nicht erreichen und belegte den vierten Platz, die schlechteste Platzierung der Bayern der letzten zwölf Jahre. In der Champions League selbst war erneut gegen die AC Mailand Endstation, diesmal im Viertelfinale. Durch dieses Ausscheiden und Platz vier in der Liga waren die Bayern für die nächste Saison erstmals seit der Saison 1996/97 nicht für die Champions League qualifiziert und mussten mit dem UEFA-Pokal vorliebnehmen. Nach dieser Saison beendete Mehmet Scholl seine lange Karriere beim FC Bayern. Zuvor hatte Sebastian Deisler im Januar sein Karriereende bekanntgegeben.

    Um eine Saison wie die des Vorjahres nicht erneut zu erleben, investierten die Bayern in der Vorbereitung zur neuen Saison eine Rekordsumme von rund 70 Millionen Euro. Dabei wurden alleine 25 Millionen Euro für Franck Ribéry von Olympique Marseille und 12,5 Millionen Euro für Luca Toni von der AC Florenz ausgegeben. Als neben der Verpflichtung von Jan Schlaudraff mit Miroslav Klose ein dritter neuer Stürmer eingekauft wurde, erbat Roy Makaay seine Freigabe und wechselte zu Feyenoord Rotterdam. Zudem wechselte Hasan Salihamidžić zu Juventus Turin. Vereinseigengewächs Owen Hargreaves, der schon lange Ambitionen für die Premier League geäußert hatte, wechselte für eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro zu Manchester United. Die hohen Investitionen lohnten sich und Bayern gelang in dieser Saison der fünfte Double-Gewinn in einem Jahrzehnt und der siebte Double-Gewinn überhaupt. Dabei wurde den Zuschauern spielerisch ein erfrischender Fußball geboten, bei dem vor allem Ribéry seine ausgezeichnete Technik unter Beweis stellte. Die Saison selbst verlief recht einseitig. Mit einem Start-Ziel-Sieg erreichte der FC Bayern am Ende einen Vorsprung von zehn Punkten auf Werder Bremen. Im DFB-Pokalfinale wurde Borussia Dortmund mit 2:1 nach Verlängerung besiegt. Im UEFA-Pokal schafften es die Bayern es bis ins Halbfinale und mussten sich dort nach einem 1:1 im Hinspiel in München dem späteren Gewinner Zenit Sankt Petersburg auswärts mit 0:4 geschlagen geben. Mit dem Rekord von acht gewonnenen Meisterschaften und sechs gewonnenen DFB-Pokalen beendete Oliver Kahn am Ende der Saison seine Karriere. Kahn gelang es in seiner letzten Saison, den Rekord von Oliver Reck (22 Gegentore in 34 Spielen aus der Saison 1987/88) mit 21 Gegentoren in 34 Spielen zu unterbieten. Nach der Saison wurde er zum Ehrenspielführer des FC Bayern München ernannt.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2008

    Bereits in der Winterpause der Vorsaison kündigte Ottmar Hitzfeld an, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei Bayern nicht zu verlängern. Um ihn zu ersetzen, wurde für die neue Saison der ehemalige Spieler und deutsche Nationaltrainer Jürgen Klinsmann als neuer Trainer verpflichtet. Zu Beginn der Saison 2008/09 stand Michael Rensing als die neue Nummer 1 im Tor der Bayern, verlor seinen Platz jedoch im April 2009 an Hans Jörg Butt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Bundesliga gelang es zwar, punktgleich mit dem Spitzenreiter TSG 1899 Hoffenheim in die Winterpause zu gehen; nachdem die Leistungen in der zweiten Hälfte der Saison nicht stabilisiert worden waren, musste Jürgen Klinsmann fünf Spieltage vor Schluss seinen Platz räumen und wurde durch Jupp Heynckes als Cheftrainer und dessen Co-Trainer Hermann Gerland ersetzt. Unter dem neuen Trainer konnte sich die Mannschaft mit vier Siegen und einem Unentschieden hinter dem neuen Meister VfL Wolfsburg den zweiten Platz und somit die direkte Qualifikation für die Champions League der Folgesaison sichern. Im DFB-Pokal waren die Bayern zuvor im Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen ausgeschieden. In der Champions League konnten sie sich im Achtelfinal-Hinspiel noch bei Sporting Lissabon mit 5:0 durchsetzen und zog nach einem 7:1 im Rückspiel in das Viertelfinale ein; das Gesamtergebnis von 12:1 gegen Sporting bedeutete Champions-League-Rekord. Im Viertelfinale erlebten sie vier Tage nach einem 1:5 in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg ein weiteres Debakel beim FC Barcelona mit 0:4. Im Rückspiel schieden die Bayern nach einem 1:1 aus.

    Am 1. Juli 2009 übernahm der Niederländer Louis van Gaal den Posten als Chef-Trainer des FC Bayern. Neuer Sportdirektor wurde Christian Nerlinger, der Uli Hoeneß ablöste. Hoeneß übernahm nach 30 Jahren als Manager des FC Bayern im November das Präsidentenamt, das seit 1994 Franz Beckenbauer innehatte. Zur Saison 2009/10 investierten die Bayern erneut groß und verpflichteten zahlreiche neue Spieler, darunter Mario Gómez vom VfB Stuttgart, der mit einer Ablösesumme von über 30 Millionen Euro der bis dato teuerste Transfer der Bundesligageschichte wurde. Aus der zweiten Mannschaft rückten die späteren Nationalspieler Thomas Müller und Holger Badstuber in den Profikader auf. Im August 2009 wurde schließlich der niederländische Nationalspieler Arjen Robben für 25 Millionen Euro von Real Madrid verpflichtet. Das erste Saison-Drittel verlief wenig erfolgreich für den FC Bayern. In der Bundesliga rutschten sie zwischenzeitlich bis auf Rang 14 ab und das Weiterkommen in der Champions League war gefährdet. Im letzten Spiel der Champions-League-Gruppenphase besiegten die Bayern Juventus Turin auswärts mit 4:1, wodurch sie die Endrunde der Champions League erreichen konnten. Auch in der Bundesliga gelang eine Aufholjagd und am 24. Spieltag übernahmen die Bayern schließlich die Tabellenführung in der Bundesliga, die sie bis Saisonende nur einmal abgaben. Am letzten Spieltag wurde durch einen 3:1-Sieg bei Hertha BSC die 22. deutsche Meisterschaft perfekt gemacht. Zudem wurde das Finale des DFB-Pokals gegen Werder Bremen mit 4:0 gewonnen, was den 15. Pokalsieg, gleichzeitig das achte Double, darstellte. Mit dem Einzug ins Finale der Champions League eröffnete sich die Chance für die Bayern, als erste deutsche Männer-Mannschaft das Triple aus Meisterschaft, nationalem sowie internationalem Pokal zu gewinnen. Zuvor war dies im Frauenfußball dem 1. FFC Frankfurt zweimal gelungen. Das Finale am 22. Mai 2010 im Estadio Santiago Bernabéu in Madrid gegen Inter Mailand verloren die Bayern mit 0:2 und verpassten damit den historischen Triumph.

    Die von van Gaal eingeführte 4-2-3-1-Grundordnung sollte Bayern bis zum Triple 2013 begleiten, der von ihm eingeführte Ballbesitzfußball wurde von seinem Nachfolger Jupp Heynckes jedoch weniger extrem betrieben.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2010 und des Endspiels um die Champions League 2010

    Zu Beginn der Saison 2010/11 konnte der Verein mit einem 2:0 gegen Schalke 04 den von der DFL wieder eingeführten Supercup gewinnen. In der Champions League erreichten die Münchner das Achtelfinale, wo sie gegen Inter Mailand nach einem 1:0-Auswärtssieg durch eine 2:3-Heimniederlage ausschieden. Im DFB-Pokal schieden sie im Halbfinale nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Schalke aus. Am 10. April 2011 gab der Verein aufgrund der sportlichen Talfahrt in der Liga die sofortige Beurlaubung Louis van Gaals bekannt und ernannte den bisherigen Co-Trainer Andries Jonker zum Cheftrainer bis zum Saisonende. Nach 5 Spielen und 13 von 15 möglichen Punkten unter Jonker schloss die Mannschaft die Saison 2010/11 als Dritter ab und sicherte sich damit zumindest die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League.

    Nachfolger von Jonker wurde zur Saison 2011/12 Jupp Heynckes, der einen Zweijahresvertrag erhielt. Die Verpflichtung des Nationaltorhüters Manuel Neuer vom FC Schalke 04 hatte vor allem in Fanteilen, die den Ultras zuzurechnen sind, zu Ablehnungsbekundungen geführt, aufgrund Neuers Jugend in der Schalker Fanszene. In dieser Bundesliga-Saison wurde erneut Borussia Dortmund Meister, die Bayern Vizemeister. Zudem wurde das Pokalfinale in Berlin erreicht, welches mit 2:5 gegen Dortmund verloren wurde. In der Champions-League-Qualifikation besiegten die Bayern den FC Zürich und erreichte somit die Gruppenphase. Über den FC Basel, Olympique Marseille und Real Madrid zogen sie in das Finale der Champions League ein, welches in der heimischen Allianz Arena stattfand. Trotz einer starken Leistung verloren die Bayern am 19. Mai 2012 im sogenannten Finale dahoam (bairisch für Finale daheim) mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea. Mit den drei zweiten Plätzen ging die Saison als ein Jahr verpasster Chancen in die Vereinsgeschichte ein.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2012 und des Endspiels um die Champions League 2012

    2012 bis 2021 – Meisterschaften in Serie, Triple und Sextuple

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt BL-Kader
    2012/13 1 098:18 91 71.000
    2013/14 1 094:23 90 71.131 BL-Kader
    2014/15 1 080:18 79 72.966 BL-Kader
    2015/16 1 080:17 88 75.006 BL-Kader
    2016/17 1 089:22 82 75.000 BL-Kader
    2017/18 1 092:28 84 75.000 BL-Kader
    2018/19 1 088:32 78 75.000 BL-Kader
    2019/20 1 100:32 82 A 175.000⁠ BL-Kader
    2020/21 1 099:44 78 A 2–⁠ BL-Kader
    Grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft
    A 1
    Nur Spiele ohne Zuschauerbeschränkung, inklusive Geisterspiele: 57.353
    A 2
    16 Geisterspiele, lediglich beim letzten Heimspiel waren 250 Zuschauer anwesend

    Deutschland
    Deutschland
    Deutschland
    Brasilien
    Osterreich
    Spanien
    Deutschland
    Niederlande
    Deutschland
    Frankreich
    Kroatien
    Startaufstellung im Champions-League-Finale 2013.

    Die Saison 2012/13 begann mit der überraschenden Entlassung des Sportdirektors Nerlinger und der gleichzeitigen Verpflichtung seines Nachfolgers Matthias Sammer als Sportvorstand. Kurz vor Ende der Transferphase konnte nach langen Verhandlungen der spanische Nationalspieler Javi Martínez von Athletic Bilbao verpflichtet werden; die Ablösesumme von 40 Millionen Euro war die bis dato höchste in der Bundesliga-Geschichte. In der Folge entwickelte sich die Spielzeit zur erfolgreichsten der Vereinsgeschichte, in der die Münchner alle vier Wettbewerbe, in denen sie antraten, gewinnen konnten: Im ersten Pflichtspiel der neuen Saison konnte mit einem 2:1 gegen Borussia Dortmund in der Allianz Arena zum vierten Mal der Supercup gewonnen werden. In der Bundesliga sicherte die Mannschaft bereits am 28. Spieltag den Meistertitel und hatte am Saisonende mit 91 Punkten einen Vorsprung von 25 Punkten auf den Meister der Vorsaison aus Dortmund. Alle drei Werte stellten, ebenso wie die 29 Siege, die Tordifferenz von +80 und 18 Gegentore, einen neuen Bundesligarekord dar. In der Champions League schlossen die Bayern die Vorrunde als Gruppenerster ab und trafen im Achtelfinale auf den FC Arsenal. Das Hinspiel wurde auswärts mit 3:1 gewonnen, das Rückspiel in München wurde mit 0:2 verloren und somit kamen sie nur aufgrund der Auswärtstorregel weiter. Im Viertelfinale wurden beide Spiele gegen den italienischen Meister Juventus Turin mit 2:0 gewonnen, ehe sie im Halbfinale auf den FC Barcelona trafen. Ein 4:0 im Hinspiel zuhause und ein 3:0-Sieg in Barcelona bedeuteten die souveräne Qualifikation für das Finale am 25. Mai 2013 im Londoner Wembley-Stadion, das der FC Bayern durch einen Treffer von Arjen Robben in der 89. Minute mit 2:1 gegen den Ligarivalen aus Dortmund gewinnen konnte. Im DFB-Pokal gelang die Revanche gegen den Vorjahressieger: Nach einem 1:0-Heimsieg gegen Borussia Dortmund im Viertelfinale und einem 6:1 gegen den VfL Wolfsburg im Halbfinale gewann der FC Bayern am 1. Juni 2013 im Berliner Olympiastadion das Finale gegen den VfB Stuttgart mit 3:2 und wurde damit im Männerfußball der siebte europäische und erste deutsche Verein, der das große Triple gewann.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2013 und des Endspiels um die Champions League 2013

    Zur Saison 2013/14 konnte der spanische Erfolgstrainer und zweimalige Champions-League-Sieger Pep Guardiola, der sich bis dahin nach seinem Weggang vom FC Barcelona ein Jahr Auszeit vom Fußball genommen hatte, als Nachfolger von Jupp Heynckes für drei Jahre verpflichtet werden. Für eine kolportierte Ablösesumme von 37 Millionen Euro wurde zudem der Jungnationalspieler Mario Götze von Borussia Dortmund verpflichtet. Außerdem wechselte Guardiolas Wunschspieler Thiago für 25 Millionen Euro von Guardiolas ehemaligem Verein, dem FC Barcelona, nach München. Das erste Pflichtspiel der Saison um den DFL-Supercup verlor der Verein mit 2:4 bei Borussia Dortmund. Den UEFA Super Cup gewann der FC Bayern als erster deutscher Verein am 30. August 2013 in der Prager Eden Aréna im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea; die Partie wurde von den Medien im Vorfeld als abgeschwächte Neuauflage des Champions-League-Finals von 2012 aufbereitet, die diesmal die Münchner für sich entschieden. Das Kalenderjahr 2013 beendete der Verein am 21. Dezember mit dem Gewinn der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft in Marrakesch durch einen 2:0-Finalsieg gegen den Vertreter des Gastgeberverbandes, den marokkanischen Meister Raja Casablanca, und gewann damit fünf von sechs möglichen Titeln innerhalb eines Kalenderjahres. In der Bundesliga sicherte sich der FC Bayern trotz eines aufgrund der Klub-WM verschobenen weniger absolvierten Spiels mit sieben Punkten Vorsprung die Herbstmeisterschaft.

    Spieldaten des Spiels um den UEFA Super Cup 2013 und des Endspiels um die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2013

    Als Konsequenz aus seiner Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung erklärte Uli Hoeneß am 14. März 2014 seinen Rücktritt als Präsident des FC Bayern München e. V. und Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG.

    Bereits am 27. Spieltag der Saison 2013/14 stand der FC Bayern als Sieger der deutschen Meisterschaft fest und übertraf mit 19 Punkten Vorsprung seinen eigenen Rekord aus der Vorsaison. Mit der längsten Serie ohne Niederlage (53 Spiele) und der längsten Siegesserie (19 Spiele) wurden zwei Bundesligarekorde aufgestellt. In der Champions League schied die Mannschaft im Halbfinale gegen Real Madrid aus, verlor dabei das Hinspiel mit 0:1 in Madrid und das Rückspiel mit 0:4 in München, was die höchste Heimniederlage in Bayerns Europapokalgeschichte darstellt. Am 17. Mai 2014 sicherte sich der FC Bayern im Finale des DFB-Pokals mit einem 2:0 nach Verlängerung gegen Borussia Dortmund das zehnte Double der Vereinsgeschichte.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2014

    Zur Saison 2014/15 wurden unter anderem Robert Lewandowski von Borussia Dortmund und Xabi Alonso von Real Madrid verpflichtet. Die Nationalspieler Toni Kroos, Mario Mandžukić und Daniel Van Buyten verließen hingegen den FC Bayern. Zur Winterpause wurde der FC Bayern in der Bundesliga mit elf Punkten Vorsprung auf den VfL Wolfsburg zum vierten Mal in Folge Herbstmeister, wobei mit lediglich vier Gegentoren in der Hinrunde ein neuer Rekord aufgestellt wurde. Im Viertelfinale der Champions League kam die Mannschaft nach einer 1:3-Hinspiel-Niederlage beim FC Porto mit einem 6:1-Sieg im Rückspiel am 21. April 2015 weiter, womit der Verein erstmals viermal in Folge das Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs erreichte. Am 26. April 2015 wurde der Verein vier Spieltage vor Saisonende vorzeitig zum 25. Mal deutscher Meister. In beiden Pokalwettbewerben schied die Mannschaft im Halbfinale aus. Im DFB-Pokal wurde das Heimspiel gegen Borussia Dortmund (1:1 nach Verlängerung) mit 0:2 im Elfmeterschießen verloren. In der Champions League verpassten die Bayern durch eine 0:3-Niederlage im Hinspiel beim FC Barcelona nach drei Gegentoren in der Schlussphase, trotz eines 3:2-Sieges im Rückspiel, das Finale.

    In der Saison 2015/16 stießen unter anderem Arturo Vidal und Kingsley Coman vom Champions-League-Finalisten Juventus Turin sowie der Brasilianer Douglas Costa als Neuzugänge zur Mannschaft. Dafür verließ Bastian Schweinsteiger nach 17 Jahren im Verein den FC Bayern und wechselte zu Manchester United. Am 22. September erzielte Robert Lewandowski gegen den VfL Wolfsburg als erster Einwechselspieler in der Bundesliga innerhalb von neun Minuten fünf Tore und drehte das Spiel der Bayern nach Führung der Wolfsburger zu einem 5:1-Heimsieg. Lewandowski gelang damit der schnellste Fünferpack, Viererpack sowie der schnellste Hattrick der Bundesligageschichte. Die Mannschaft stellte mit zehn Siegen in den ersten zehn Bundesligaspielen einen neuen Startrekord auf. Nachdem die Hinrunde mit 15 Siegen und 46 Punkten mit der fünften Herbstmeisterschaft in Folge und acht Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund abgeschlossen worden war, gab der Verein bekannt, dass Trainer Pep Guardiola seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern und der Italiener Carlo Ancelotti die Nachfolge antreten werde. In der Champions League schied die Mannschaft – zum dritten Mal in Folge im Halbfinale – nach einer 0:1-Auswärtsniederlage und einem 2:1-Heimsieg aufgrund der Auswärtstorregel gegen Atlético Madrid aus. Am vorletzten Spieltag wurde durch einen 2:1-Auswärtssieg in Ingolstadt die deutsche Meisterschaft entschieden und damit gewann zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga ein Verein viermal hintereinander die Meisterschaft. Mit nur 17 Gegentoren in einer Bundesliga-Saison und insgesamt 21 Bundesligaspielen ohne Gegentor konnten erneut die eigenen Rekorde verbessert werden. Am 21. Mai 2016 gewann der FC Bayern den DFB-Pokal in Berlin gegen Borussia Dortmund mit 4:3 i. E. (0:0 n. V.) und damit das nationale Double. Für Pep Guardiola war es das letzte Spiel als Trainer der Münchner. Mit dem DFB-Pokal konnte er in drei Jahren seinen siebten Titelgewinn in München feiern.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2016

    Am 10. Juli 2016 gab der FC Bayern bekannt, dass der Verein dem Wunsch von Matthias Sammer nachkomme, ihn von seinem Amt als Sportvorstand zu entbinden und seinen bis 2018 laufenden Vertrag aufzulösen. Am 11. Juli 2016 wurde der neue Trainer Carlo Ancelotti in einer Pressekonferenz vorgestellt. Zur neuen Saison kehrte Innenverteidiger Mats Hummels nach acht Jahren von Borussia Dortmund zurück. Mitte August 2016 gewann die Mannschaft durch einen 2:0-Sieg bei Borussia Dortmund den DFL-Supercup. Am 31. Bundesligaspieltag konnte vorzeitig zum fünften Mal in Folge die deutsche Meisterschaft errungen werden. In den beiden Pokalwettbewerben scheiterte der FC Bayern dagegen vorzeitig. Im Champions-League-Viertelfinale erwies sich Titelverteidiger Real Madrid mit Weltfußballer Cristiano Ronaldo als fünffachem Torschützen als zu stark, wodurch man zum vierten Mal in Folge gegen einen spanischen Verein aus dem Wettbewerb ausschied. Im DFB-Pokal-Halbfinale unterlag die Mannschaft – wie bereits zwei Jahre zuvor – daheim Borussia Dortmund. Zum Ende der Saison beendeten Kapitän Philipp Lahm und Xabi Alonso ihre Spielerkarrieren.

    Am 31. Juli 2017 wurde Hasan Salihamidžić als neuer Sportdirektor beim FC Bayern vorgestellt. Der ehemalige Mittelfeldspieler, der von 1998 bis 2007 für den FC Bayern München auflief, übernahm damit den Posten, der seit dem Rücktritt von Matthias Sammer über ein Jahr vakant war. Am 5. August 2017 gewann der FC Bayern im Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund zum sechsten Mal den DFL-Supercup.

    Am 28. September 2017 wurde Trainer Carlo Ancelotti entlassen. Vorausgegangen waren eine 0:3-Niederlage in der Champions-League-Gruppenphase bei Paris Saint-Germain, ein insgesamt unbefriedigender Saisonauftakt und Spannungen zwischen Ancelotti und seiner Mannschaft. Nach einer zehntägigen Interimslösung mit dem bisherigen Co-Trainer Willy Sagnol wurde bis Saisonende erneut Jupp Heynckes Cheftrainer des FC Bayern, insgesamt zum vierten Mal. Am 29. Spieltag stand die sechste Meisterschaft in Folge fest, in der Champions League scheiterte die Mannschaft wie im Vorjahr an Titelverteidiger Real Madrid, diesmal im Halbfinale. Die Saison beendete sie mit 84 Punkten mit 21 Punkten Vorsprung vor dem FC Schalke 04. Im letzten Spiel unter Heynckes verlor der FC Bayern das DFB-Pokal-Finale mit 1:3 gegen Eintracht Frankfurt.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2018

    Zur Saison 2018/19 übernahm Niko Kovač die Mannschaft, dessen Verpflichtung bereits seit April 2018 festgestanden und der in seinem letzten Spiel mit Eintracht Frankfurt den FC Bayern im Pokalfinale geschlagen hatte. Während unter anderem Arturo Vidal (FC Barcelona), Sebastian Rudy (FC Schalke 04) und Juan Bernat (Paris Saint-Germain) den Verein verließen, wurde der Kader unter anderem mit dem ablösefreien Leon Goretzka (FC Schalke 04) sowie dem Leihrückkehrer Serge Gnabry, der unmittelbar nach seiner Verpflichtung im Vorjahr an die TSG Hoffenheim verliehen worden war, verstärkt. Im ersten Pflichtspiel unter Kovač gewann man mit 5:0 gegen dessen Ex-Club Eintracht Frankfurt den Supercup. Mit vier Siegen in Folge gelang zwar ein zufriedenstellender Start in die Bundesligasaison, nach mehreren sieglosen Spielen und einer Niederlage im direkten Duell hatte der FC Bayern im Herbst zwischenzeitlich jedoch neun Punkte Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund. Niko Kovač wurde nun als Bayern-Trainer in Frage gestellt, doch die Leistungen der Mannschaft stabilisierten sich. Für ein großes Medienecho sorgte zudem im Oktober eine Pressekonferenz, auf der die Vereinsführung die Medien für ihre Berichterstattung kritisierte und ankündigte, künftig gegen respektlose Berichterstattung vorzugehen. In Erinnerung blieben hier vor allem der Verweis auf Artikel 1 des Grundgesetzes seitens Rummenigge in Bezug auf den Umgang der Medien mit den Bayern-Spielern sowie Hoeneß’ Aussage, der ehemalige Spieler Juan Bernat habe in der Vorsaison beim Champions-League-Auswärtsspiel in Sevilla einen „Scheißdreck“ gespielt. Bei einem Auftritt in der Fußball-Talkshow Doppelpass im Februar 2019 äußerte Hoeneß, man habe bei der Pressekonferenz „eindeutig Fehler gemacht“.

    Zur Winterpause der Spielzeit wurde der erst 18-jährige kanadische Nationalspieler Alphonso Davies von den Vancouver Whitecaps aus der nordamerikanischen Profiliga Major League Soccer verpflichtet. Nachdem Dortmund im Verlauf der Rückrunde einige Punktverluste zu verzeichnen hatte, konnte der FC Bayern am 25. Spieltag aufgrund der besseren Tordifferenz die Tabellenführung übernehmen. Der Aufholjagd in der Bundesliga stand jedoch das frühzeitige Aus in der Champions League gegenüber. Im Achtelfinale gegen den späteren Titelgewinner FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp wurde an der Anfield Road zwar ein 0:0 erkämpft, das Rückspiel in München jedoch mit 1:3 verloren. So früh war der FC Bayern München im Europapokal zuletzt 2011 gegen Inter Mailand ausgeschieden. In der Liga büßte er zwischenzeitlich die Tabellenführung zwar wieder ein, konnte sie durch einen 5:0-Heimsieg im direkten Duell mit Dortmund jedoch zurückerobern. Nach dem 32. Spieltag hatte der FC Bayern München vier Punkte Vorsprung vor Dortmund, kam jedoch in Leipzig nicht über ein 0:0 hinaus, während der BVB Fortuna Düsseldorf besiegte. Somit fiel erstmals seit 2010 die Entscheidung über die deutsche Meisterschaft am letzten Spieltag. Bayern lag zwei Punkte in Front und empfing Eintracht Frankfurt, Dortmund spielte in Mönchengladbach. Zur Halbzeit führten beide Titelanwärter mit 1:0. Kurz nach der Halbzeit gelang der Eintracht zwar der Ausgleich, bereits acht Minuten später stand es nach Toren von David Alaba und Renato Sanches jedoch 3:1 für den FC Bayern und die beiden eingewechselten Routiniers Franck Ribéry und Arjen Robben sorgten bei ihrem letzten Heimspiel für den 5:1-Endstand. Somit war der FC Bayern erstmals seit 2000 wieder im eigenen Stadion Meister geworden, nachdem die folgenden zwölf Meisterschaften allesamt auswärts bzw. einmal durch die Niederlage eines Konkurrenten am Folgetag errungen worden waren. Eine Woche nach der Meisterschaft wurde auch der DFB-Pokal gewonnen. Gegner im Berliner Olympiastadion war RB Leipzig, der FC Bayern gewann mit 3:0. Niko Kovač war damit die erste Person im deutschen Fußball, die als Spieler und als Trainer das Double gewann.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2019

    Deutschland
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    Osterreich
    Kanada
    Deutschland
    Spanien
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    Polen
    Startaufstellung im Champions-League-Finale 2020.

    Vor der Saison 2019/20 verließen mit Arjen Robben (Karriereende), Franck Ribéry (AC Florenz) und Rafinha (Flamengo Rio de Janeiro) drei Stützen die Mannschaft, die 2013 das Triple gewonnen hatten. Neu zum FC Bayern München kamen die französischen Weltmeister Lucas Hernández von Atlético Madrid und Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart, wobei ersterer mit 80 Millionen Euro Ablösesumme Corentin Tolisso als Rekordtransfer ablöste. Zudem wurden Philippe Coutinho vom FC Barcelona und Ivan Perišić von Inter Mailand für je ein Jahr ausgeliehen. Die Mannschaft startete mit einer 0:2-Niederlage bei Borussia Dortmund im Spiel um den DFL-Supercup in die Saison. Auch in der Liga war der Saisonstart durchwachsen. Nach dem 10. Spieltag trennte sich der Verein von Niko Kovač und ersetzte ihn zunächst übergangsweise durch dessen bisherigen Co-Trainer Hansi Flick. Zu diesem Zeitpunkt stand der FC Bayern mit 18 Punkten auf dem vierten Platz, wobei der Rückstand auf die Tabellenspitze vier Punkte betrug. Unter Flick fand die Mannschaft zu alter Stärke, schloss die Hinrunde mit 33 Punkten auf dem dritten Platz ab und drang in der Champions League als Gruppenerster ins Achtelfinale vor. Im Laufe der Rückrunde, die aufgrund der COVID-19-Pandemie zwischen dem 25. und 26. Spieltag für über zwei Monate unterbrochen war und schließlich mit Geisterspielen fortgesetzt wurde, enteilten die Bayern der Konkurrenz und der Vertrag von Flick wurde langfristig verlängert. Am 32. Spieltag sicherte sich die Mannschaft die achte Meisterschaft in Folge. Der FC Bayern schloss die Saison schließlich mit 13 Punkten Vorsprung vor Borussia Dortmund ab. Dabei erzielte er mit 100 Saisontoren nach der Saison 1971/72 mit 101 Toren den besten Wert. Mit 49 von 51 möglichen Punkten spielte die Mannschaft die beste Rückrunde in der Historie (2013 gab es ebenfalls 49 Punkte, aber eine um ein Tor schlechtere Tordifferenz). Den DFB-Pokal gewann der FC Bayern Anfang Juli durch ein 4:2 im Endspiel gegen Bayer Leverkusen zum insgesamt 20. Mal. Eine kurze Sommerpause folgte, ehe der im Frühjahr unterbrochene Champions-League-Wettbewerb im August fortgesetzt wurde. Ab dem Viertelfinale wurde der Wettbewerb in verkürzter Form im Rahmen eines ohne Zuschauer ausgetragenen Finalturniers in Lissabon abgeschlossen. Im Viertelfinale gelang dem Team ein 8:2-Kantersieg gegen den FC Barcelona, im Halbfinale wurde Olympique Lyon mit 3:0 bezwungen, im Endspiel gegen Paris Saint-Germain erzielte Kingsley Coman das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg und damit zum zweiten Triple nach 2013. Als erster Verein hatte der FC Bayern alle Spiele in einem Champions-League-Wettbewerb gewonnen.

    Spieldaten des Endspiels um den DFB-Pokal 2020 und des Endspiels um die Champions League 2020

    Zur Mitte September begonnenen Bundesliga-Saison 2020/21 wurde u. a. der bereits längere Zeit umworbene Leroy Sané von Manchester City verpflichtet. Dagegen verließ Thiago den Verein nach sieben Jahren zum FC Liverpool. Im selben Monat gewann der FC Bayern beide Supercup-Wettbewerbe. Im UEFA Super Cup wurde der Europa-League-Sieger FC Sevilla in Budapest mit 2:1 nach Verlängerung besiegt, kurz darauf folgte der Gewinn des DFL-Supercups mit einem 3:2 gegen Borussia Dortmund. Die Saison war geprägt durch die fortdauernde Coronavirus-Pandemie, fast alle Spiele fanden ohne Zuschauer statt und auch mehrere Bayern-Spieler waren von einer Infektion mit dem Virus betroffen. Aufgrund der Pandemie war auch die eigentlich für den Dezember 2020 geplante Klub-Weltmeisterschaft in Katar in den Februar 2021 verschoben worden; der FC Bayern gewann den Wettbewerb durch Siege gegen al Ahly SC aus Ägypten und UANL Tigres aus Mexiko. Damit war dem FC Bayern der Gewinn des Sextuples gelungen, dem Gewinn von sechs Titeln innerhalb eines Sportjahres. Dies war zuvor nur dem FC Barcelona im Jahre 2009 unter Pep Guardiola geglückt.

    Die scheinbare Glückseligkeit währte jedoch nicht sehr lange, bereits im Januar war die Mannschaft in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Zweitligisten Holstein Kiel gescheitert, im Viertelfinale der Champions League schied das Team ohne den verletzten Torjäger Robert Lewandowski, der 2020 zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden war, gegen Paris Saint-Germain aus dem Wettbewerb aus. Im Frühjahr traten zudem interne Machtkämpfe zwischen Hansi Flick und dem Sportvorstand Hasan Salihamidžić zutage. Mitte April gab Flick bekannt, nach der Saison den Verein verlassen zu wollen und den noch bis 2023 gültigen Vertrag aufzulösen.

    Die Dominanz des FC Bayern in der Bundesliga setzte sich hingegen fort und so wurde der Verein am 32. Spieltag zum neunten Mal in Folge deutscher Meister. Robert Lewandowski erzielte 41 der 99 Ligatore und überbot damit den Rekord von Gerd Müller mit 40 Toren aus der Saison 1971/72. Mit 44 Gegentoren verzeichnete die Defensive jedoch so viele Gegentore wie seit der Saison 1995/96 nicht mehr. Vizemeister hinter dem FC Bayern mit letztlich 13 Punkten Rückstand wurde RB Leipzig, die im Frühjahr über mehrere Wochen hinweg in der Tabelle nur knapp hinter dem FC Bayern platziert waren, jedoch im direkten Duell am 27. Spieltag unterlegen waren und alsbald den Anschluss an den Rekordmeister verloren hatten.

    Der Vorstand des FC Bayern kam Flicks Bitte um Vertragsauflösung nach. Neben Flick, der als Bundestrainer die Nachfolge von Joachim Löw antrat, verließen auch die Co-Trainer Hermann Gerland und Miroslav Klose den Verein. Gleichzeitig verabschiedeten sich mit David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martínez auch drei langjährige Defensivkräfte und Triple-Gewinner von 2013.

    Seit 2021: Gegenwart

    Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt BL-Kader
    2021/22 1 97:37 77 33.176 BL-Kader
    2022/23 1 92:38 71 75.000 BL-Kader
    Grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

    Neuer Cheftrainer wurde zur Saison 2021/22 der 33-jährige Julian Nagelsmann, der zuvor für RB Leipzig tätig gewesen war und mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet wurde. Karl-Heinz Rummenigge, von 1991 bis 2002 Vizepräsident des e. V. und seit Februar 2002 Vorstandsvorsitzender der AG, verließ den FC Bayern und gab den Vorstandsvorsitz an Oliver Kahn ab. Ebenso wie in der Vorsaison schied die Mannschaft auch diesmal bereits frühzeitig aus den Pokalwettbewerben aus. In der zweiten Runde des DFB-Pokals verlor das Team mit 0:5 in Mönchengladbach, dies war die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte in diesem Wettbewerb. In der Champions League schied die Mannschaft im Viertelfinale gegen den amtierenden Europa-League-Sieger FC Villarreal aus, zu jenem Zeitpunkt Siebter der spanischen Liga. In der Bundesliga war der FC Bayern weitgehend dominant, sodass am 31. Spieltag die zehnte Meisterschaft in Folge feststand.

    Die Saison 2022/23 verlief recht turbulent. Der wechselwillige Robert Lewandowski, mittlerweile knapp 34 Jahre alt, verließ kurz nach dem Trainingsauftakt den Verein in Richtung des FC Barcelona, nach acht Jahren in München und 344 Toren in 375 Pflichtspielen. Als Ersatz wurde der anfangs als Königstransfer bezeichnete 31-jährige Senegalese Sadio Mané vom FC Liverpool verpflichtet, der jedoch im Saisonverlauf mit insgesamt 12 Pflichtspieltoren eher wenig überzeugen konnte. Von den weiteren vier Neuzugängen wurde lediglich Innenverteidiger Matthijs de Ligt durchweg positiv bewertet. Stammtorhüter Manuel Neuer hatte sich im November beim Skifahren verletzt und fiel für den Rest der Saison aus, Torwarttrainer Toni Tapalović wurde im Januar aufgrund von Differenzen mit Trainer Nagelsmann fristlos entlassen. Im März hatte der FC Bayern nach einer 1:2-Niederlage in Leverkusen die Tabellenführung an Borussia Dortmund abgeben müssen. Wenige Tage später trennte sich der Verein von Julian Nagelsmann. Als Gründe wurde seitens des Vorstands angegeben, man sehe die sportlichen Ziele in Gefahr. Nachfolger wurde Thomas Tuchel, der zuvor bis September 2022 beim FC Chelsea tätig gewesen war. Zum Zeitpunkt des Trainerwechsels hatte der FC Bayern sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal im Viertelfinale gestanden. Bei Tuchels Debüt auf der Trainerbank holte sich der FC Bayern im direkten Duell gegen Borussia Dortmund zwar die Tabellenführung zurück, schied jedoch kurz darauf zunächst im DFB-Pokal daheim gegen den SC Freiburg aus als auch auf internationaler Ebene gegen Manchester City. Bis Saisonende lieferte sich der FC Bayern mit den Dortmundern ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am vorletzten Spieltag verloren die Münchner die Tabellenführung nach einer 1:3-Heimniederlage gegen RB Leipzig, während der BVB tags darauf in Augsburg gewinnen konnte. Am letzten Spieltag kam es somit zu einem Fernduell um den Meistertitel. Beide Titelaspiranten hatten im Mittelfeld platzierte Mannschaften als Gegner, Dortmund ein Heimspiel gegen Mainz 05, der FC Bayern musste beim 1. FC Köln antreten. Bayern hatte zwei Punkte Rückstand auf den BVB, aber das klar bessere Torverhältnis. Während man sich in Dortmund bereits für die Feierlichkeiten rüstete, war im Umfeld des FC Bayern eher die Zukunft des Vorstands das beherrschende Thema als der noch mögliche Gewinn der deutschen Meisterschaft. Am entscheidenden letzten Spieltag ging der FC Bayern in Köln durch ein Tor von Coman in der 8. Minute in Führung, während die Mainzer in Dortmund nach 24 Minuten mit 2:0 führten. In der 81. Spielminute erzielte der 1. FC Köln durch einen Handelfmeter den Ausgleich, wenige Minuten später traf Jamal Musiala zur erneuten Führung. Dortmund konnte in der Nachspielzeit gegen Mainz zwar noch zum 2:2 ausgleichen, der Titel ging jedoch erneut nach München. Kurz nach Spielende verkündete der FC Bayern dann die Trennung von Kahn und Salihamidžić, Nachfolger von Kahn als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG wurde der bisherige Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen. Salihamidžić’ Position als Sportvorstand wurde zunächst nicht nachbesetzt; zum 1. September 2023 wurde Christoph Freund, der vom FC Red Bull Salzburg nach München wechselte, als Sportdirektor eingestellt.

    In der Saison 2023/24 schied man beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken in der zweiten Runde zum vierten Mal in Folge im DFB-Pokal vorzeitig aus. Im Februar 2024 gab der FC Bayern München bekannt, die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Thomas Tuchel zum Ende der Saison 2023/2024 zu beenden. Zu diesem Zeitpunkt lag der FC Bayern mit acht Punkten Rückstand auf Platz zwei der Fußball-Bundesliga und hatte das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Lazio Rom verloren. Am 26. Februar 2024 gab der Aufsichtsrat der FC Bayern München AG bekannt, dass Max Eberl neuer Sportvorstand wird. Eberl trat am 1. März 2024 seinen Posten an und leitet seitdem gemeinsam mit Christoph Freund die sportlichen Geschicke des Vereins. Die neue Organisationsstruktur besteht ab dem 1. Juli 2024 aus dem Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Michael Diederich im Bereich Finanzen & Vertrieb sowie Max Eberl.

    Vereinswappenhistorie

    Der FC Bayern München ist einer der erfolgreichsten Fußballvereine der Welt. Er wurde 1900 gegründet und hat seinen Sitz in München, Deutschland. Bayern München hat 32 Bundesliga-Meisterschaften, 20 DFB-Pokale, 6 Europapokale der Landesmeister/UEFA Champions League, 2 UEFA-Pokale, 2 UEFA Super Cups, 2 Interkontinentalpokale und 1 FIFA-Klub-Weltmeisterschaft gewonnen. Der Verein ist bekannt für seinen offensiven Spielstil und seine erfolgreiche Jugendarbeit. Er hat eine starke Fanbasis sowohl in Deutschland als auch auf der ganzen Welt.